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HAUPTBAU 600

Die im W der N/S-Achse liegende Hälfte der Villa umfasst im EG den Hauptbau mit Atrium und Nebenräumen, die Portiken und die Plattform. Im UG liegt entlang der Aussenkante der Plattform die Cryptoporticus. Der Hauptbau gliedert sich in den Mittelbereich und die N- und S-Flügel.

Das Gebäude ist im Atrium von einem Dach mit Compluvium über Betonunterzügen überdeckt, das Tablinum hat ein Pultdach. Die N- und S-Flügel haben Hohlstein-Decken mit einer Aufkantung aus Mauerwerk an den Traufen. Über dem N-Gang ist eine Lichtkuppel und im SW-Triclinium eine Gewölbekappe angebracht. In der Vermauerung von Portal V führt ein Regen-Fallrohr nach unten.

Literatur:
De Petra, NSc 1910, 139ff; NSc 1922, 480ff.
Maiuri, VdM31, 42-46 Fig.11-12, 52-53,
                                   Fig.17, 197-79
                                   Fig.83-84, 201-204
                                   Fig.86-87;
            VdM60, 20-23 Fig.10-11, 104-107
                                   Fig.64-66.
Pernice, Pavimente, 56.

Tafeln:
O-Seiten: Tafel 10 Schnitt [Abbildung 13], Tafel 11 Schnitt [Abbildung 18]
W-Seiten: Tafel 12 Schnitt [Abbildung 23], Tafel 13 Schnitt [Abbildung 28]
S-Seiten: Tafel 15 Schnitt [Abbildung 36], Tafel 17 Schnitt [Abbildung 43]
N-Seiten: Tafel 17 Schnitt [Abbildung 44], Tafel 19 Schnitt [Abbildung 51]
N/S-Ansichten Tafeln [Abbildung 55] und [Abbildung 56]

MITTELZONE

Die Räume in der Mitte umfassen das Atrium und das Tablinum mit Gang. Das Atrium ist bis auf H von 450-500 cm erhalten und darüber mit groben Tuff- und Kalkstein-Brocken rekonstruiert49.

ATRIUM (600, 601)

Befund:
Das Atrium hat eine G von 7,94x11,74 m. Der Raum gliedert sich in das Impluvium 601 und den Bereich unter dem Dach 600.

Das restaurierte Impluvium mit einer Einfassung von 49 cm hat eine G von 300x406 cm, 2 Stufen von 55/8 bzw.17 cm aus Signinum mit Kern aus gelbem Tuff mit einen Abfluss nach der W-Seite. Der umgebende Fussboden ist aus schwarzem Mosaik, Gruppe 5 mit einem 11 cm breiten Rahmen aus weißen Tessellae (Foto [Abbildung 146]

Die Wände sind in halber H durch ein Stuck-Gesims (Tafel 37, P4 [Abbildung 74]) geteilt, Fragmente davon sind in den NW/SW-Ecken und auf der N- und O-Wand erhalten. Die untere Hälfte ist mit Dekorationen des II.Stils versehen. Zwischen einem Waffenfries und der Gemäldezone zeichnen sich unverputzte Flächen ab, an deren Rändern Reste von Holzrahmen gefunden wurden. Innerhalb der Putzränder der Holzrahmen sind zugemauerte Dübellöcher zu erkennen50.

In den SW- und NW-Ecken hat die Dekoration im Verhältnis zu den N- und S-Wänden eine unterschiedliche vertikale Einteilung (Foto [Abbildung 108]). Die W-Wand trägt Reste von weißem Kalkputz unter dem Gesims jedoch keine Dekoration. Auf der Wand zeichnen sich die Randzonen der abgeräumten Lapilli ab. Die S-Wand hat Reste der Dekoration und zwischen Portal V-VI ein Feld mit Kalkputz.

Die Anordnung der Portale weist eine symmetrische Einteilung auf. Auf der O/W-Achse liegt nach O das Hauptportal I von 262x350 cm mit einem Entlastungsbogen, Sarno-Leibungen und Travertin-Schwelle 27. Es wird flankiert von den gleichartigen Portalen II und III von 110 bzw.115x350 cm mit den Travertin-Schwellen 26 und 28. Von dem Portal II der NO-Ecke ist ein Abguss in situ erhalten (Tafel 41, T1 [Abbildung 77]). Von allen Portalen zeichnen sich deutlich die Ankerlöcher der Tür-Stürze und -Bekleidungen ab51.

Auf der S-Seite liegen die zugemauerten Portale IV von 115x334 cm mit Travertin-Schwelle 31 und V von 119x334 cm mit Travertin-Schwelle 32. Hinter dem zum Atrium modern zugemauerten Portal V befindet sich ein Schlitz vor der N-Wand des S-Oecus 629-630 für das Abflußrohr des Compluviums. Es folgt Portal VI mit 115x332 cm und Travertin-Schwelle 33 [Abbildung 81] zu S-Gang 623 und Portal VII mit 121x335 cm und Travertin-Schwelle 34 [Abbildung 81]in der SW-Ecke.

In der NW-Ecke der N-Wand liegt das zugemauerte Portal XI von 117x335 cm mit einem Fenster von 45x52 BR 210 cm, Leibungen aus Opus listatum in gelbem Tuff und Travertin-Schwelle 37 [Abbildung 82]. Zum N-Gang 609 führt das Portal XII mit 108x335 cm mit Travertin-Schwelle 38 [Abbildung 82], seine H ist reduziert auf 207 cm. Portal XIII von 108x335 cm mit Travertin-Schwelle 39 [Abbildung 82] zur Apotheca, sowie Portal XIV zu Raum 619 von 115x335 cm mit Travertin-Schwelle 40 [Abbildung 82] sind zugemauert. Leicht zu übersehen ist das geschickt in die Dekoration eingearbeitete kleine Fenster zwischen den Portalen XII und XIII von 11x38 mit BR 225 cm.

Das Mauerwerk der W-Wand aus grobem Opus incertum ist bis auf H ca.4,80 m erhalten. Darauf zeichnet sich in einem Bogen die Grenze der Lapilli ab. Portal VIII mit 100x321 cm und Travertin-Schwelle 35 ist zugemauert, Sarno-Leibungen und Entlastungsbogen fehlen, die S-Seite ist bis auf 200 cm mit Opus testaceum aufgemauert.

Portal X in der NW-Ecke mit 110x321 cm, hat Sarno-Leibungen, aber keinen Entlastungsbogen. Es ist auf die B des S-Flügels geschlossen und hat nur eine Durchgangsbreite zu Gang 603 von 73x220 cm, die Travertin-Schwelle 36 ist bis auf die B des S-Türflügels abgearbeitet. Darüber liegt ein (Raub?) Loch von 60x60 cm. Im Bereich der O/W-Achse liegt eine Öffnung von 120x199 cm mit Leibungen aus gelbem Tuff die bis zu 50 cm in das angrenzende Opus incertum einbinden. Im Atrium ist der Bereich vor der Tür in der Mitte der W-Wand modern restauriert. Dabei wurde nur das Stück erneuert, das auch vorhanden war. Weggelassen wurde der Streifen der früheren Schwelle des Mittel-Portals IX, weil dort kein Mosaik lag. Statt dessen wurde Zementestrich eingebracht (Foto [Abbildung 146]).

Wo immer die Leibungen der Portale dicht beieinander liegen, z.B. zwischen NW/SW-Eckportalen, oder wo es aus konstruktiven Gründen die Schlankheit der Pfeiler, z.B. zwischen Eck- und Haupt-Portalen erfordert, wurde vom Maurer der gesamte Pfeiler in Naturstein-Mauerwerk aus Sarno-Kalkstein mittleren Formats von 25x40 bis 30x105 cm mit Fugen von 10 bis 15 mm errichtet.

Graffiti:
Della Corte, NSc 1922, 484, 19)-22).
Maiuri, VdM60, 111, Fig.69, N-Wand auf der O-Seite neben Gang 616, 2 Karikaturen eines Kopfes mit dem Graffito >Rufus est<. In der NO-Ecke >Iucudina Fellatrix<. Zwischen den Portalen V und VI auf dem weißen Kalk-Unterputz ein geflügelter Phallus, eine geöffnete Vulva und darüber zwei schematische weibliche Statuetten .

Funde:
1 Öllampe, 1 aretinischer Becher, 2 Tonkrüge,.6 teilweise fragmentierte Tonschalen, 2 Münzen, Inv. 4206-4211.

TABLINUM 602 (Maiuri 2)

Befund:
Das Tablinum mit einer G 472X588 cm ist im N um den W-Gang 603 von B 136 cm von der Flucht des Atriums abgesetzt. Im S ist die Wand um 75 cm (2 Mauerstärken) von Raum 620 mit 2 Alkoven eingerückt. Die NO-Ecke ragt um 44 cm in das Portal X des W-Ganges hinein. In H 350-365 cm zeichnen sich die sekundären Balkennester mit 14X25 a' 45 cm einer Decke ab.

Von der grossen W-Tür mit B 285 cm mit Sarno/Tuff-Leibungen, ist der Sturz mit Originalhöhe von 350 cm, sowie die Basalt-Schwelle 51 [Abbildung 84]erhalten. Die Tür war sekundär mit Opus testaceum geschlossen und innen weiß verputzt. Später wurde sie auf die jetzige G von 185x203 cm aufgehackt. In der NW-Ecke liegt eine sekundär zugemauerte Tür von 85x210 cm zu Gang 603. In der Mitte der S-Wand liegt eine Tür von 145x248 cm mit Travertin-Schwelle 55 [Abbildung 83]. Von dem abgebauten und teilweise in Opus incertum mit gelben Tuff-Brocken vermauerten Portal IX ist nur eine Öffnung von 120x199 cm geblieben. Die Schwelle zeichnet sich im restaurierten Boden ab (Foto [Abbildung 146]).

Die Wände tragen zum Teil Dekorationen III. Stils mit schwarzem Grund und in der Oberzone über der Holzbalkendecke in H 350 cm mit weißen Grund52. Der Fussboden besteht aus weißem Mosaik, Gruppe 5, mit schwarzen Rahmen.

W-GANG 603

Befund:
Der Gang mit einer L von 472 cm hatte eine abgehängte Stuck-Kappe, deren Ränder sich abzeichnen und einen Signinum-Fussboden, Gruppe 3. Der W-Ausgang hat 86x208 cm, Sarno/Tuff-Leibungen und die Travertin-Schwelle 49 [Abbildung 83], nach O liegt das auf 70 cm zugemauerte Portal X.

N-FLÜGEL

Tafeln:
W-Wände Tafel 10 Schnitt [Abbildung 13], Tafel 11 Schnitt [Abbildung 18]
O-Wände Tafel 12 Schnitt [Abbildung 23], Tafel 13 Schnitt [Abbildung 28]
N-Wände Tafel 16 Schnitt [Abbildung 40], Tafel 17 Schnitt [Abbildung 43]
S-Wände Tafel 18 Schnitte [Abbildung 47] und [Abbildung 48]

Literatur:
Maiuri, VdM31, 59-61 Fig.20; 184-191.
                                   Fig.71-78, 196-197;
                                   Fig.82;
            VdM60, 27-28 Fig.17, 92-101;
                                   Fig.54-60, 104,
                                   Fig.63.
Pernice, Pavimente, 55ff.

Während sich die B der Mittelzone an das Rastermass von 30' des Entwurfes hält, ist der N-Flügel mit um 2' schmaler und der S-Flügel um 2' breiter. Bei der Aufteilung des N-Flügels wurde der N-Gang leicht nach W verschoben, deshalb ist die NO- mit 8,59 m breiter als die NW-Gruppe mit 7,93 cm.

NW-RÄUME

Sie setzen sich aus der Eck-Gruppe 604-607 und 608 (Maiuri 12-13, 14 und 11) als herrschaftlichem Eck-Raum mit zwei Seitenflügeln zusammen. Das Ensemble umfasst den von der W-Porticus erschlossenen Eckraum 604-605 und Seitenraum 606, sowie den von einer sekundär zugemauerten Tür zur N-Porticus erschlossenen Raum 607 als Alkoven. Raum 604-605 wurde durch eine mittlere Trennwand in O-W-Richtung und zwei Wände zu den Räumen 606 und 607 in Opus reticulatum und Opus listatum in gelben Tuff sekundär unterteilt, die ohne spätere Fundamentierung auf den Bodenbelag gesetzt wurden und sich gesenkt haben. Der separate Raum 608 (Maiuri 15) war vom Atrium durch Portal XI erschlossen, seine Trennwände bestehen aus Opus incertum in Tuff.

Die Umfassungsmauern sind an den Ecken, Pfeilern und Leibungen in Naturstein-Mauerwerk aus Sarno/Tuff ausgeführt, die Felder sind in H von 150 bis 450 cm erhalten, jedoch in einer Imitation von Opus incertum sehr schlecht restauriert. Die Räume 604-607 wurden sekundär nicht mehr als Ensemble benutzt, sondern durch Trennwände und abgehängte Decken in Einzelräume verwandelt. Die Original-Dekoration im II Stil blieb darüber teilweise erhalten.

RAUM 604-605 (Maiuri 12-13)

Befund:
Als Hauptteil der Eck-Gruppe hat der Raum eine Abmessung von 366x373 cm. Der weisse Mosaik-Fussboden Gruppe 5 hat einen schwarzen Rahmen und farbige Vorleger (Fotos [Abbildung 138], [Abbildung 139]) zu den Alkoven 606 und 60753. Sein W-Portal von 301x350 cm mit Sarno/Tuff-Leibungen ist mit Mauerwerk in Opus listatum aus gelbem Tuff in zwei Türen mit 104x204 cm geteilt, wobei von der S-Tür die Marmor-Schwelle 47 [Abbildung 83] erhalten ist. Die Wände tragen eine Dekoration III.Stils. Raum 604 hat in der NO-Ecke eine Tür, deren B sich nicht genau ermitteln lässt. Raum 605 ist mit Raum 607 durch eine Tür von B 126 cm mit der O-Leibung in Opus listatum aus gelbem Tuff und der Marmor-Schwelle 48 [Abbildung 83] verbunden.

RAUM 606 (Maiuri 14)

Befund:
Der Raum hat eine G von 323x373 cm mit einem Fussboden aus weißem Mosaik mit schwarzem Rahmen der Gruppe 5 und buntem Vorleger. In der N-Wand liegt eine zugemauerte Öffnung, deren Entlastungsbogen sich in H 350 cm abzeichnet (Foto [Abbildung 107]), darüber ist ein Stück Dekoration II.Stils erhalten. Nach O liegt eine zugemauerte Tür mit B 85 cm und Travertin-Schwelle 41 [Abbildung 86]. Der Raum trägt auf der S-Wand eine Dekoration III.Stils mit Vignetten und über einer sich abzeichnenden, abgehängten Stuck-Kappe Reste von Dekorationen II.Stils.

RAUM 607 (Maiuri 11)

Befund:
Dieser Raum mit Abmessungen von 359x326 cm hat in der W-Wand eine Tür von 175x291 cm, die durch Einbau einer BR von 77 cm in ein Fenster von 178x222 cm verwandelt wurde. Davon ist ein Abguss mit 2 Flügeln und Beschlägen in einem Betonrahmen in situ vorhanden ([Abbildung 77] Detail T3). Der Raum hatte eine abgehängte Kappe, deren Balkennester und Stuckreste sich auf der Wand abzeichnen. Darunter trägt die Wand eine Dekoration III.Stils mit Vignetten (Foto [Abbildung 106]), darüber Reste einer Dekoration II.Stils. Der Fussboden besteht aus weißem Mosaik mit schwarzem Rahmen, Gruppe 5 und hat einen buntem Vorleger.

RAUM 608 (Maiuri 15)

Befund:
Der Raum hat eine G von 323x336 cm und ist über einen provisorischen Durchbruch in der SO-Ecke erschlossen. In der S-Wand liegt das zugemauerte Portal XI mit einem Fenster von 45x52 BR 210 cm. Von der abgehängten Stuck-Kappe, zeichnen sich in H 350 cm die Gesimse, Ränder und Balkennester ab. Die Wände tragen eine Dekoration II.Stils. Der Fussboden besteht aus weißem Mosaik mit schwarzem Rahmen der Gruppe 5.

N-GANG 609 (Maiuri Corridoio F)

Befund:
Dieser Gang hat eine B von 130 cm und eine L von 728 cm, einen N-Ausgang von 130x218 cm mit Travertin-Schwelle 43 [Abbildung 81], Reste einer Stuck-Kappe, eine Dekoration II.Stils und einen Signinum-Fussboden Gruppe 3.

NO-RÄUME

Diese Raumgruppe setzt sich auf der W-Seite aus 3 Räumen und auf der O-Seite aus einer Dreier-Raumgruppe zusammen. Im W liegt das Cubiculum (611) mit 2 Alkoven nach O (612) und S (613) und dem Schrank (614), die Loggia (610), sowie die Apotheca (616) mit dem Schrank (615). Die Dreier-Raumgruppe der O-Seite wird von den Räumen 617-619 gebildet. Bis auf den Abschnitt der Loggia sind alle Umfassungswände in H zwischen 210 und 450 cm aus Opus quasi reticulatum und die Trennwände aus Opus incertum in Tuff erhalten. Sie sind an den Ecken, Pfeilern und Leibungen aus Naturstein-Mauerwerk in Sarno/Tuff und tragen aussen Reste von weißem Kalk-Putz. In die Trennwände zwischen den Räumen 618 und 617, sowie 618 und 614 wurden Durchgänge (Raublöcher?) gebrochen.

Literatur:
Maiuri, VdM31, 60, 73, 184-186 Fig.71-73.
            VdM60, 28, 34, 92-96 Fig.54-57.
Pernice, Pavimente, 55ff.

CUBICULUM 611 und LOGGIA 610 (Maiuri 16 und 17)

Befund:
Das Cubiculum hat eine G von 240x253 cm. In der N-Wand ist die 3-flügelige Tür von 164x240 cm als Abguss und die Marmor-Schwelle 44 [Abbildung 83] der Loggia in situ erhalten ([Abbildung 77] Detail T2). In der W-Wand liegt eine Tür von 84x182 cm mit Travertin-Schwelle 42 [Abbildung 82]. Der Raum hat Reste eines abgehängten Stuckgewölbes mit umlaufendem Profilen, darunter eine Dekoration im II.Stil und ein weißer Mosaik-Fussboden mit schwarzem Rahmen der Gruppe 5.

Der O-Alkoven 612 hat eine G von 127x240 cm. Sein abgehängtes Stuckgewölbe hat Profile an Kehlen und Kanten [Abbildung 72] P1A-C.  Die Wand trägt eine Dekoration II.Stils. Der Fussboden ist aus weißem Mosaik und hat einen bunten Vorleger (Foto [Abbildung 135], [Abbildung 136]). Der S-Alkoven 613 misst 112x253 cm, ansonsten hat er den gleichen Aufbau wie der O-Alkoven. Der Wandschrank 614 besitzt eine W-Öffnung von 90/125 BR 71 cm.

Die Loggia 610 hat eine G von 117x372 cm. Ein Stahlbeton-Unterzug in H 330 m trägt Reste des aufgehenden Mauerwerkes. Der O-Durchgang von 87x210 cm mit schräger S-Leibung führt durch Raum 617 zum Peristyl. Der Raum hat einen weißen Mosaik-Fussboden mit breitem scharzen Rahmen, Gruppe 5.

APOTHECA 615 (Maiuri 18)

Befund:
Der Raum hat eine Abmessung von 220x382 cm. Er ist unterteilt in einen Sockel von H 36 cm für den Schrank 615 mit B 150 cm und den Gang 616 mit B 70 cm. Die Rückseiten des Schrankes zeichnen sich auf den unverputzten O/W/N-Wänden ab. Das Portal XIII in der S-Wand ist zugemauert, der Raum ist über einen W-Durchbruch erschlossen. In der SW-Ecke befindet sich ein Wolfsauge von 11x38 BR 225 cm mit blau-grün getönten Leibungen in der weiß verputzten Wand. Der Raum hatte ein abgehängtes Stuck-Gewölbe, dessen Ränder bzw.Balkennester sich auf der Wand abzeichnen. Der Fussboden ist aus Signinum, Gruppe 3.

RAUM 619 (Maiuri 19)

Befund:
Der S-Raum der Dreier-Gruppe hat eine Abmessung von 218x367 cm. Das Portal XIV mit Travertin-Schwelle 40 [Abbildung 82] in der S-Wand ist zugemauert. Zum Peristyl öffnet sich ein Bogenportal von 106x210 cm mit Travertin-Schwelle 25 [Abbildung 81]. Nach N liegt in der O-Ecke das zugemauerte kleine Bogen-Portal von 76x210 cm mit Travertin-Schwelle 24 [Abbildung 81], in der W-Ecke ein Durchbruch (Raubloch?).

Auf den Wänden mit Dekorationen II.Stils zeichnen sich die Ränder und Balkennester des Tragwerkes des abgehängten Stuckgewölbes mit Bindern in H 470 cm ab. Der Raum hat einen Signinum-Fussboden der Gruppe 3.

RAUM 618 (Maiuri 20)

Befund:
Der mittlere Raum mit G 222x367 cm hat zum Peristyl ein grosses Bogenportal von 222x210 cm, dessen Schwelle beseitigt wurde. Es ist mit einem Pfeiler von B 61 cm aus Opus listatum in gelbem Tuff zugemauert, wobei eine Tür von 95x210 cm, sowie ein Fenster von 62x69 BR 140 cm verblieb. Gegenüber dem zugemauerten Portal in der S-Wand liegt das kleine ebenfalls vermauerte Bogenportal von 76x200 cm mit Travertin-Schwelle 23. Ausser dem Durchbruch in der S-Wand befindet sich ein weiterer nach W in den Wandschrank 614 des Cubiculums 611. Der Raum trug ein abgehängtes Stuck-Gewölbe, dessen Ränder und Balkennester sich abzeichnen. Die Wände haben eine Dekoration im II.Stil. Der Fussboden ist aus Signinum der Gruppe 3.

RAUM 617 (Maiuri 21)

Befund:
Der nach N liegende Raum hat eine G von 232x367 cm. In der O-Wand liegt ein Bogenportal von 104x210 cm mit Sarno/Tuff-Leibungen und Travertin-Schwelle 22. In der S-Wand das zugemauerte Portal zu Raum 618, in der NW-Ecke der N-Wand hat der Raum eine zugemauerte Tür von 98x190 cm zu Raum 409. Wie in den Nachbarräumen zeigen Balkennester die Lage der abgehängten Stuckdecke in H 310 cm an. Der Raum trägt eine Dekoration II.Stils und hat einen Signinum-Fussboden der Gruppe 3.

S-FLÜGEL

Tafeln:
O-Wände: Tafel 10 Schnitt [Abbildung 14], Tafel 11 Schnitt [Abbildung 18]
W-Wände: Tafel 12 Schnitt [Abbildung 23], Tafel 13 Schnitt [Abbildung 28]
S-Wände: Tafel 16 Schnitte [Abbildung 27] und [Abbildung 39]
                 Tafel 19 Schnitte [Abbildung 49] und [Abbildung 51]

Literatur: De Petra, NSc 1910, 139ff.;
Della Corte, NSc 1922, 480ff.
Maiuri, VdM31, 55-61 Fig.18-19; 122-183,
                                   Fig.44-70, 191-196,
                                   Fig.80-81
            VdM60, 25-27 Fig.16, 51-92;
                                   Fig.32-52, 100-104;
                                   Fig.61-62.
Pernice, Pavimente, 55ff.

Symmetrisch zur N-Seite liegt der S-Flügel mit einem S-Gang, der die zwei Raumgruppen im O und W trennt. Der S-Flügel ist 104 cm breiter als der im N, ragt um zwei Mauerstärken in das Tablinum und hat den Einschub des Atriolums an der SO-Ecke.

SW-RÄUME

Sie umfassen das grosse Triclinium 627, das Cubiculum 619 mit 2 Alkoven und Schrank, sowie das Cubiculum mit einem Alkoven 625. Seine Umfassungswände sind durchweg als Opus incertum restauriert, sodass die Art des alten Mauerwerkes kaum noch zu erkennen ist.

TRICLINIUM 627 (Maiuri 5, Sala del Grande Affresco)

Befund:
Das Triclinium hat eine G von 500x705 cm. In der W-Wand liegt eine grosse Tür von 299x327 cm mit Basalt-Schwelle 54 [Abbildung 85], in der N-Wand eine kleine Tür von 73x185 cm und Marmor-Schwelle 56 [Abbildung 84], nach S ein Fenster von 298x300 BR 70 cm. Die Decke des Raumes ist von einer Stahlbetonplatte mit Kappe über dem Mittelfeld des Fussbodens versehen. Die Wände tragen die Megalographie mit dem Dionysos-Zyklus im II.Stil. Sie ist vom Fussboden aus Opus segmentatum mit modernen Zink- und antiken Blei-Schichten gegen aufsteigende Feuchtigkeit isoliert. Der Boden ist in Opus sectile mit schwarzen und weißen Platten von 14x14 cm in einen breiten Rand von B 100 cm in diagonalem Muster und ein Feld mit rechtwinkeliger Anordnung geteilt54.

Funde:
Della Corte, NSc 1922m, 480ff.
2 Wein-Amphoren, 11 Bronze-Scharniere, 4 -Schutzkanten, 8 -Bolzen, 1 -Griff L 17 cm.

CUBICULUM 620 (Maiuri 4)

Befund:
Das Cubiculum hat eine Abmessung von 264x357 cm. In der W-Wand befindet sich eine Tür von 210x289 cm mit der Marmor-Schwelle 53 [Abbildung 85] als Vorleger, in der S-Wand der Durchgang zum Triclinium. Der Raum hatte ein abgehängtes Stuck-Gewölbe mit umlaufendem Profilen, eine Dekoration II.Stils mit figürlichen Darstellungen und gemalten Pinakes, sowie einem Mosaik-Fussboden mit einem farbigen, Teppich umgeben von Bändern der Gruppe 4, Foto [Abbildung 130].

Der N-Alkoven 622 hat eine G von 110x240 cm mit einem weißen Mosaik-Fussboden und farbigem Vorleger. Der Alkoven ist von einem abgehängten Stuckgewölbe mit Profilen an Kehlen und Kanten (Tafel 36, P2 [Abbildung 73]) überspannt und mit figürlichen Wanddekorationen II.Stils bemalt. In die N-Wand ist sekundär eine Tür von 147x229 mit Travertin-Schwelle 55 [Abbildung 83] eingefügt. In der NW-Ecke des Cubiculums befindet sich der Wand-Schrank 621 von 110x117 cm mit Tür von 70x90 BR 94 cm. Im NO liegt die blinde Ecke 623 von 110x120 cm. Der O-Alkoven 624 hat 120x264 cm. Hier liegt ein sekundärer Durchgang von 93x220 cm mit Mosaik-Schwelle 68 im II.Stil [Abbildung 86]. Die Schwelle berücksichtigt die Öffnung nur an der S-Leibung, im N steht die Leibung auf dem Muster55.

Von dem abgehängten Stuckgewölbe der Alkoven sind Reste der Profile an Kehlen und Kanten erhalten (Tafel 36, P 2A-C [Abbildung 73]). Die Wand trägt figürliche Dekorationen. Der Fussboden besteht aus weißem Mosaik und ist mit bunten Vorlegern Gruppe 4 abgeschlossen (Foto [Abbildung 129])

Funde:
Della Corte, NSc 1922, 481.
1 Bronze-Scharnier, 1 -Türangel, -Schrankbeschläge. Knochen von Geflügel und Hund, 3 Münzen.

Graffiti: ebenda, 484, 26)-30)

CUBICULUM 625 (Maiuri 3)

Befund:
Das Cubiculum mit einem Alkoven hat eine G von 205x196 cm und einen Alkoven von 104x205 cm. Zum Atrium führt das Portal VII von 121x335 cm mit Travertin-Schwelle 34 [Abbildung 81]. In der W-Wand liegt der Durchgang zum Alkoven 624, nach O führt ein Durchgang von 100x210 cm in Gang 628.

Der Alkoven hat Reste einer abgehängten Stuck-Kappe mit Profilen (Tafel 36, P 3A-B [Abbildung 73] Foto [Abbildung 121]). Sein Mosaik-Fussboden, mit rot umsäumtem weißen Teppich der Gruppe 4, ist von dem des Cubiculums mit einem bunten Vorleger abgesetzt. Die Wand hat Dekorationen II.Stils mit unterschiedlicher Farbgebung im Alkoven und Cubiculum. (Foto [Abbildung 128])

Graffiti:
Della Corte, NSc 1922, 484, 23)-25).

S-GANG 628

Befund:
Der S-Gang 628 hat eine B von 130 und eine L von 905 cm. Nach N liegt Portal VI, nach S das Bogenportal mit rot nachgezeichneten Fugen der Tuffelli von G 130x201 cm, Sarno/Tuff-Leibungen (Foto [Abbildung 151]) und Travertin-Schwelle 15 [Abbildung 80]. Auf der W-Seite liegt der Durchgang zum Alkoven 626 des Cubiculums 625, am SO-Ende die kleine Tür von 80x200 cm mit schräger N-Leibung aus Sarno/Tuff und Travertin-Schwelle 58 [Abbildung 85] zu Oecus 624. Der Gang hat Reste einer abgehängten Stuck-Kappe, Wandputz II.Stils und einen Signinum-Fussboden Gruppe 3 (Foto [Abbildung 131]).

SO-RÄUME

Im SO des S-Flügels nimmt Oecus 629-630 die W-Hälfte ein, nach O liegen Gang 631 und Cubiculum 632 mit den 2 Alkoven 633 und 635, dem Wandschrank 634 und der blinden Ecke 636. In die Gebäudeecke ist das Atriolum eingeschoben.

OECUS 629-630 (Maiuri 6)

Befund:
Der Oecus hat eine Abmessung von 378x617 cm. Auf der S-Seite liegt die grosse Tür von 175x292 cm mit Sarno/Tuff-Leibungen, in der SW-Ecke die Tür zum S-Gang. Die O-Wand hat in der SO-Ecke ein vermauertes Bogenportal von 105x205 cm mit Travertin-Schwelle 59 [Abbildung 85], in der Mitte eine vermauerte O-Öffnung von B 100 cm in den Alkoven von Cubiculum 632 und in der NO-Ecke eine Tür von 95x195 cm mit Marmor-Schwelle 60 [Abbildung 85]. In der N-Wand liegt das zugemauerte Portal V mit Travertin-Schwelle 35 [Abbildung 81]. Die Wände tragen Dekorationen II.Stils. In einem Abstand von 240 cm von der N-Wand ist die Dekoration auf einen senkrechten Streifen von B 30 cm für den Einbau einer sekundären Wand abgeschlagen56. Der Fussboden besteht aus weißem Mosaik mit schwarzem Rahmen der Gruppe 5.

Funde:
Della Corte, NSc 1922, 481.
Rinne mit Löwenprotomen und 4 Palmetten.

Graffito: ebenda, O-Wand, 18).

CUBICULUM 632 (Maiuri 8)

Befund: Das Cubiculum hat eine G von 247x 293 cm. Die S-Wand hat eine von 141 cm auf  87x203 cm teilweise vermauertes Bogenportal, darüber ein kleines Fenster 30x30 BR 405 cm mit schrägen Leibungen und steigendem Sturz. In der SO-Ecke der O-Wand befindet sich ein zugemauertes Bogen-Portal von B 122 cm mit Travertin-Schwelle 30 [Abbildung 81]. Die Wände sind im II.Stil dekoriert, der Raum hat eine erneuerte abgehängte Gewölbedecke und bei -17 cm NN einen weißen Mosaik-Fussboden mit schwarzer Umrahmung der Gruppe 4.

 

Der N-Alkoven 633 misst 119x245 cm, er hat ein abgehängtes Stuck-Gewölbe mit Profilen an Kehlen und Kanten  [Abbildung 73]  Detail P1 A-C , Foto [Abbildung 118]). Die Wände tragen Dekorationen II.Stils. Der W-Alkoven 635 misst 119x230 cm und hat den gleichen Aufbau wie der N-Alkoven 633, auf seiner Rückwand zeichnet sich die zugemauerte Öffnung von B 100 cm ab. Die Fussböden der Alkoven haben weißes Mosaik, das durch bunte Vorleger (Fotos 19 [Abbildung 140] und 20 [Abbildung 141]) vom Hauptraum mit weißen Teppich und schwarzen Rahmen abgetrennt ist.

Zwischen den Alkoven liegt der Wandschrank 634 mit 119 cm im Quadrat und einer O-Tür von B 85 und BR 107 cm. In seinem Inneren sind die Nester von Auflagern der Fachböden erhalten. Die blinde SW-Ecke misst 65x120 cm.

Graffito:
Della Corte, NSc 1922, 482, S-Wand 3)

O-GANG 631 (Maiuri 7)

Befund:
Der Gang hat eine Abmessung von 142x368 cm. Das Portal IV in seiner N-Wand ist zugemauert. Der Raum hatte eine abgehängte Stuck-Kappe und bei -17 cm NN einen Signinum-Fussboden der Gruppe 3. Dieser ist nach W zur Hälfte mit einem Teil des Estrichs aufgefüllt, der in dem abgegrenzten Bereich der SW-Ecke des Peristyls lagert. Die Wände tragen eine Dekoration II.Stils.