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N-BEREICH 400

Literatur:
Maiuri, VdM31, 49-52 Fig.14-17 Tav.E; 74- 77 Fig.29, 92-99 Fig.40-42.
            VdM60, 34-35 Fig.23, 41-44 Fig.28-29.

Pläne:
Tafel 20 Ansicht                       [Abbildung 55],
Tafel 17 Schnitte: S-Seiten       [Abbildung 42], [Abbildung 44], [Abbildung 44]
Tafel 18 Schnitte N-Seiten        [Abbildung 45], [Abbildung 46], [Abbildung 47]
Tafeln 9-10 Schnitte O-Seiten   [Abbildung 9], [Abbildung 10], [Abbildung 11], [Abbildung 12],
                                                 [Abbildung 13], [Abbildung 14]
Tafeln 13-14 Schnitte W-Seiten [Abbildung 27], [Abbildung 28], [Abbildung 29], [Abbildung 30],
                                                 [Abbildung 31], [Abbildung 32]
 

Der Bereich umfasst die Räume und Flächen im N des Peristyls und des Eingangsbereiches von der O-Fassade bis zur N/S-Achse mit einer L von 90 osk.'.

Es handelt sich dabei um die Plattform mit verschiedenen Überbauungen, das Gelände zwischen Plattform und der Grabungsböschung im N, die ehemalige grosse Porticus 401-408, sowie den grossen NO-Raum 415-416 und die Cubicula 417-419.

Die O-Hälfte der Villa ist auf der N-Flucht in 9 Achsen von 10 osk.'geteilt. Davon entfallen auf die grosse Porticus 401-408 jeweils 5 und auf den NO-Raum 415-416 4 Achsen (Entwurf, Tafel 24 [Abbildung 59]).

GEBÄUDE 413 (Maiuri 51)

Befund:
Der 2-geschossige Baukörper verläuft mit B 555 cm in die Grabungsböschung (Schnitt [Abbildung 9], [Abbildung 30], [Abbildung 44], [Abbildung 45]). Das Mauerwerk besteht aus Opus incertum in Tuff/Lava. Der Bau ist zugewachsen und konnte nur auf der W-Seite untersucht werden. Dort zeigen Dachziegelreste und Balkennester von 15x20 a' 50 cm in H 120 cm über NN den Verlauf des Ortganges eines leichten Vordaches an. Dieses schützte die entlang der Wand aufgereihten Dolia mit D 130 cm, von denen zwei bis zur Grabungsböschung sichtbar sind. Im OG zeichnen sich die Umrisse der Leibungen und der BR eines Fensters ab.

Funde:
7 Amphoren, Inv.4539-4546, 4469-4474.

GEWÖLBERAUM 412 (Maiuri 50)

Befund:
Das nach N gerichtete Gewölbe hat eine G von 295 cm im Quadrat, eine H des Kämpfers von 140 cm bei -20 cm NN und des Scheitels von 215 cm bei 100 cm NN #(Schnitte 1 und2, 22, 36 und 37)#. Entlang der O-Wand führt die Mostrinne weiter durch eine Öffnung von 48x52 cm in der N-Wand zum Lacus. Nebenan befindet sich eine N-Tür von 115x174 cm. In der NW-Ecke liegt ein Podest von L/B/H von 50/30/20 cm. Der Raum ist mit rotem Putz versehen und hatte einen Fussboden aus Cocciopesto. In Verlängerung der W-Wand des Gewölbes verläuft eine Mauerzunge von 100 cm als BR einer Treppe, die von der Plattform zum abgesenkten Aussenbereich führt. Ihre Stufen sind nicht mehr zu erkennen36.

Funde:
Haushaltsware Inv. 4353, 4354.

Der Aussenbereich liegt 100-150 cm unter NN. Vor der NW-Ecke der Sala apsidata schaut ein Dolium von D 130 cm bis zur Schulter aus dem Boden.

Der OG-Raum hat die gleiche G wie der Gewölberaum 412. Seine NW-Ecke ist aus Spolien von Tuff-Quadern errichtet. Auf der S-Wand tritt der scheitrechte Bogen mit dem O-Widerlager und die NO-Ecke der grossen N-Porticus aus Tuff zutage. In der N-Wand liegt ein Fenster, dessen BR erhalten ist, in der O-Wand führt eine Tür von B 160 cm auf die Treppe/Rampe 414, daneben zeichnet sich der Ortgang des Daches ab. Der Raum trägt Reste aus Kalk-Putz und hat einen Fussboden aus Signinum, Gruppe 3. Die Treppe/Rampe mit einer B zwischen 150 und 165 cm führt in den N-Hof 722, sie ist von Schutt überdeckt37.

NO-PLATTFORM 400

Entlang der NO-Front der Villa ist das Fundament der Plattform aus grobem Opus incertum in Tuff sichtbar. Vor der NW-Ecke der Sala apsidata fand sich an der Plattformkante ein Rest von Signinum.

Fund: Fragmente einer Handmühle aus Tuff, D 25 cm (nicht publiziert).

N-PORTICUS 401-408

Befund:
Um eine Distanz von 330 cm von der N-Flucht der Plattform abgesetzt, verläuft die Fassade der grossen Porticus und des angrenzenden NO-Raumes.

Die Abmessung der grossen N-Porticus 401-408 betrug 4,68x13,20 m. Im W sind zwei Sarno-Pfeiler aus Werkstein erhalten. (Tafel 60, Detail S4 [Abbildung 71], Foto [Abbildung 100]). Ihre Fundamente konnten bei Sondierungen nicht erreicht werden38.

Die Pfeiler haben bei einer H von 305 cm und L der Werksteine von 31-164 cm, am Fuss 39 cm, am Kapitell 37,5 cm im Quadrat. Auf H 95 cm befinden sich in ihren O/W Seiten Dübellöcher zur Befestigung von Türrahmen. Die Kapitelle haben 52,5 cm im Quadrat mit Abacus (oben 1 cm abgeschrägt) und flacher Kehle von je 4 cm. Ihre trapezförmigen Widerlager von 44,5-34,5x27,5 cm sind auch an den O/W-Enden im Mauerwerk ausgearbeitet und nehmen den Horizontalschub auf. Die scheitrechten Bögen haben Tuffelli von H 22 cm in wechselnden Farben von grau/beige/rose. Darüber geht Opus reticulatum aus Tuff von H 63 cm, sowie anschliessend Opus incertum von H 45 cm auf39.

Auf der S-Seite verlief die Trennwand aus Opus quasi reticulatum in Tuff in Verlängerung der Aussenseite der N-Porticus 701. Darin sind die W-Ecke, in der Mitte die W-Leibung eines Bogenportals und die Leibungen des O-Bogenportales in Sarno erhalten.

Die O-Wand besteht aus Opus quasi reticulatum in Tuff und hat in der SO-Ecke ein O-Bogenportal von 129x219 cm mit Sarno/Tuff-Leibungen und Basalt-Schwelle 19. Das Portal wurde bis auf einen Spalt von 50 cm mit Opus incertum aus Tuff geschlossen, wobei an der S-Leibung ein Schlitz von 10x28 cm blieb.

Die W-Wand ist Teil der N/S-Achse aus Opus quasi reticulatum in Tuff. Die NW-Ecke zeichnet sich als Fuge ab. Nahe der SW-Ecke liegt eine Tür von 90x195 cm und ein Wolfsauge von 35x96 BR 99 cm über dem Austrittspodest. Als Schwelle diente der Sockel aus Tuff, er ist stark ausgetreten. Über dem Sturz befindet sich aussen ein Vordach aus 3 Dachziegeln.

TREPPENANLAGE 401

Befund:
Die Treppe zur Cryptoporticus ist vollständig erhalten. Sie hat einen geraden Lauf in N-Richtung von B 98 cm und L 760 cm, 18 Sarno-Stufen mit Abmessungen zwischen 16-27x33-38 cm, sowie eine Antrittstufe von H 12 cm. Die Treppe ist von einem Gewölbebogen aus Opus caementitium (Stich 35 cm) überdeckt, der nicht parallel zur Steigungslinie, sondern nach oben konisch zuläuft und unten bei einer Kopfhöhe von 250 cm endet. Eine Öffnung von D 25 cm über der 7.Stufe, sowie ein Wolfsauge in der Stirnwand dienten zur Belichtung. Zur Cryptoporticus führt eine Tür von 117x195 cm. Die Wände sind mit rotem Feinputz versehen.

Die Treppe zum OG nimmt mit seiner stark überhängenden Wand aus Opus incertum in Tuff/Lava die B der Treppe zur Cryptoporticus von 98 cm auf. Von der Holz-Treppe zeichnet sich der Verlauf in den Wänden ab (Schnitte [Abbildung 14] und [Abbildung 28], [Abbildung 44] und [Abbildung 46]). Die Treppe hat einen N-Zugang von 98x227 cm und eine NO-Tür von B 80 cm mit 2 Antrittstufen, sowie eine SO-Tür von 86x191 cm zu Raum 402. Auf der Wand finden sich weiße Putzreste.

SALA APSIDATA 404-407 (Maiuri 25)

In der grossen N-Porticus liegt die Sala apsidata 404-407, mit Nebenraum 401-403 und N-Gang 408.

Befund:
Das 3. und 4. Interkolumnium der grossen N-Porticus wurden abgebrochen und eine Sala apsidata eingebaut. Sie besteht aus dem Hauptraum 404-407 mit Abmessungen von 482x570 cm, der bis in den Bereich der N-Plattform vorstösst, der Apside 405, sowie den O- und W-Nischen 406 und 407.

Die N-Apside hat einen Radius von 360 cm und ein N-Bogenfenster mit scheitrechtem Sturz aus Opus testaceum von B/H/T 145/153/109 BR 96 cm (Foto [Abbildung 101]). Über dem Sturz geht Opus reticulatum aus gelbem Tuff auf.

Die O/W-Nischen haben Abmessungen von B/H/T von 320/319/75 cm. Die Stürze müssen aus Holzbalken bestanden haben. Sie wurden durch je 2 NP16 ersetzt und tragen das darüber aufgehende Mauerwerk aus Opus reticulatum. Als Mauerwerk wurde an Ecken und Leibungen Opus listatum aus gelbem Tuff verwendet und in die Mauerzüge von Opus incertum aus Tuff/Lava verzahnt. In der SW-Ecke wurde auch Opus testaceum verwendet. Die Wände tragen auf der S-Wand Reste von dunklem Putz.

Dort wurde das mittlere Bogenportal zu Oecus 410 bis auf eine Tür von B 100 cm mit Leibungen aus Opus listatum in gelbem Tuff geschlossen. Bei den Grabungsarbeiten wurde festgestellt, dass ein Fussboden aus Cocciopesto 15 cm unter dem Niveau des Bodens in N-Oecus 410 lag40.

Funde:
Maiuri, VdM31, 75. Marmor-Fragmente von Gesimsen, Architraven, Lisenen, 2 Stücke von kleinen Säulen, 5 kleine korinthische Kapitelle und Zierleisten von Wandverkleidungen. Es muss sich zum Teil um die in Raum 203 gelagerten Fragmente handeln (Tafeln 39-40 P10-17, [Abbildung 76]- [Abbildung 77]).

NEBENRAUM 401-403 (Maiuri 23-24)

 

Befund:
Neben der Sala apsidata lag der nach N offene W-Raum 401-403 mit der Treppe von G 430x468 cm, sowie einer Nische von 75x100 cm in der SO-Ecke. Das Portal in der SW-Ecke mit Leibungen aus Tuff wurde in Opus incertum aus Tuff geschlossen.

GANG 402 (Maiuri 23)

Befund:
Der Gang hat eine B von 76 cm, ein N-Wolfsauge von B/H 20/24 BR 210 cm in der Aussenwand aus Opus incertum in Tuff/Lava. Vor der O-Trennwand aus Opus incertum in Tuff/Lava zu Raum 403 liegt ein Podest von 100x70 H 45 cm.

RAUM 403 (Maiuri 24)

Befund:
Es verbleibt ein Raum mit B von 200 cm mit einer N-Tür von 129x180 cm, deren O-Leibung in die Aussenwand aus Opus incertum aus Tuff/Lava ausgerückt ist (Tafel 10 Schnitt [Abbildung 13], Tafel 14 Schnitt [Abbildung 29], Tafel 17 Schnitt [Abbildung 44], Tafel 10 Schnitt [Abbildung 16]). In der W-Wand zeichnen sich in H 250 cm Balkennester 10x20 a' 45 cm des OG-Raumes von 310x460 cm ab. In der S-Wand liegt in H 450 cm eine Reihe Balkennester 20x25 a' 50-80 cm. Die Wände tragen Kalk-Putz.

O-GANG 408 (Maiuri 27)

Befund:
Der Gang (Tafel 9 Schnitt [Abbildung 11], Tafel 14 Schnitt [Abbildung 30], Tafel 17 Schnitte [Abbildung 43] und [Abbildung 44], Tafel 18 Schnitte [Abbildung 46] und [Abbildung 47]) hat eine Abmessung von L/B 441/172 cm mit einer Nische von 77x82 cm in der SW-Ecke, mit Kanten aus Opus listatum in gelbem Tuff, die im Opus incertum der W-Wand verzahnt sind. Die N-Wand ist mit Opus incertum aus Tuff/Lava zugemauert. Im Abstand von 34 cm von der NW-Ecke liegt eine durchgehende vertikale Fuge. Auf den N/S-Wänden zeichnen sich zahlreiche gegenüberliegende Balkennester in verschiedenen H ab. In der NO-Ecke liegt ein Stück herabgefallenen Mauerwerkes von 87x97 cm mit Putzresten.

Funde:
1 Bronze-Kessel, 1 Öllampe, Inv. 4439, 4440.

N-OECUS 410 (Maiuri 26)

Befund:
Der Raum hat eine Abmessung von 711x386 cm. (Tafel 9 Schnitt [Abbildung 12], Tafel 10 Schnitt [Abbildung 13], Tafel 14 Schnitte [Abbildung 29] und [Abbildung 30], Tafel 17 Schnitt [Abbildung 43], Tafel 18 Schnitt [Abbildung 47]). Seine N/S Wände setzen die Flucht der N-Porticus 701 fort, die W-Wand nimmt die Flucht des Peristyls auf. Die Wände bestehen aus Opus quasi reticulatum in Tuff.

Die W-Wand hat ein zugemauertes Bogenportal mit Sarno/Tuff-Leibungen von B 138 cm. Die S-Wand zum Peristyl N-Gang hat die dort beschriebenen Öffnungen. In der N-Wand liegt auf der Mittelachse der grossen N-Porticus das zugemauerte Bogenportal, dessen W-Leibung aus Sarno/Tuff und ein Fragment des Tuffelli-Bogens erhalten sind (Foto [Abbildung 102]). Die O-Leibung bildet zugleich die Leibung aus Opus listatum in gelbem Tuff einer Tür von B 100 cm. Der Raum trägt weißen Kalk-Putz, er zeigt in H 410 cm auf der O/S-Wand die Einkerbungen einer abgehängten Decke und in der S-Wand Balkennester der Tragbalken. Der Raum hat einen Fussboden aus Signinum, Gruppe 3 (Foto [Abbildung 145])

Funde:
2 Münzen, Inv.4403, 4415.

N-GANG 411

Befund:
Der S-Teil bildet mit einer B von 172 cm und L von 3,84 m die Fortsetzung von Gang 408. Er hat ein N-Bogenportal von 162x224 cm mit Sarno/Tuff-Leibungen. Nach O zu Raum 417 liegt eine zugemauerte Tür von 93x155 cm. Die Wände tragen Kalk-Putz, das OG zeichnet sich mit Balkennestern von 12x16 a' 42 cm bei Ok 270 cm ab. Das OG steht über eine O-Tür von B 96 cm und Sarno-Leibung mit dem NO-Gang über den Räumen 417-419 in Verbindung.

NO-RAUM 415-416 (Maiuri 48, 49, Torcularium)

Literatur:
Maiuri, VdM31, 92-99 Fig.40-42,
            VdM60, 41-44 Fig.28-30.

Befund:
Der Raum hat eine G von 10,32 x 6,43 m und nimmt 4 der 9 Achsen der N-Fassade ein (Entwurf Tafel [Abbildung 59]). Die Umfassungswände bestehen aus Opus quasi reticulatum in Tuff mit NO- und W-Ecken aus Sarno/Tuff-Werksteinen (Foto [Abbildung 88]). Im NO liegt ein Fenster mit Tuff-Leibungen von 140x118 BR 110 cm, dessen W-Teil um 30 cm zugemauert wurde. In der W-Wand befindet sich das Bogenportal mit 176x210 cm und in der O-Wand das Bogenfenster (ehemaliges Bogenportal) von 176x160 cm mit der BR von 50 cm. Im OG der SW-Ecke ist eine Tür von 99x220 cm mit Lehmziegeln vermauert. In regelmässigen Abständen von 210 cm bei H 320 cm und H 140 cm über NN, treten auf der Wand im W-Teil 415 quadratische Balkenlöcher von 12x15 cm auf41.

Fund:
1 Ziegel mit Stempel CERER SAC, Inv. 4419.

In der N/S-Flucht der O-Wand des Peristyl-Ganges steht auf der Mittelachse des Raumes ein Sarno-Pfeiler mit B 57x57 cm und H 400 cm (Tafel 30, Detail S11 [Abbildung 66]). Seine Werksteine haben H zwischen 20 und 42 cm, sie sind bis auf H 203 cm mit rotem Feinputz versehen. Den Abschluss bildet ein Kapitell von H 16 cm mit Abacus und flacher Kehle. Die Säule trug schwarze Schriftzeichen.

Der Raum wurde als Torcularium benutzt. Im O-Teil liegt auf der Flucht des Pfeilers das Forum 416 mit 18 cm über NN. Es ist durch Basalt-Quader mit Abmessungen von L/B/H 63-156/27/48 cm (sichtbar) vom abgesenkten W-Teil 415 abgetrennt. Auf dem Forum führen gerundete Kehlen entlang der Wand und um die Befestigungen der Arbores bis zum Einlauf der Abflussrinne in der NW-Ecke. Der Fussboden besteht aus rotem Signinum, die Wände haben einen Sockel mit H 200 cm aus rotem Feinputz und darüber weißen Kalkputz. In den NO/SO-Ecken wurden die Befestigungen des Prelums eingebaut42.

Im W-Teil ist der Boden bis auf die Fundamentsohle aus Opus incertum für den Ausgang und die Mostrinne abgesenkt. Der Ausgang umfasst die O-Hälfte des aussen liegenden Gewölbebogens von Raum 412 (Maiuri 50) vom Scheitel bis zum Kämpfer. Die Umfassungswand selbst ist mit einem Sturz aus Holzbalken in H 110 cm abgefangen.

Die Mostrinne ist in das Mauerwerk des N-Fundaments eingearbeitet und ihr Aussenrand aus Opus incertum in Tuff vorgemauert. Die Rinne hat roten Feinputz und verläuft in einem Gefälle von ca.1:10 mit einem dynamisch geschwungenen Bogen in den Gewölberaum. Neben der Rinne steht ein Dolium mit D 130 cm.

Funde:
Maiuri, VdM31, 96. Eisen: 2 Bolzen, 2 große Nägel, 10 kurze Bolzen, 1 Griff, Achse mit Eisenbeschlag. Schriftzeichen: Grabungsbericht v.26.2.30.
Zwischen den Mauern der S-Wand des Torculariums und der Flucht des N-Peristyls aus Opus quasi reticulatum in Tuff liegen auf eine L/B von 10,35/1,80 m 3 kleine Cubicula (Tafeln 9 Schnitte [Abbildung 10] und [Abbildung 11], Tafel 14 Schnitte [Abbildung 31] und [Abbildung 32], Tafel 17 Schnitt [Abbildung 43], Tafel 18 Schnitt [Abbildung 47])

CUBICULUM 417 (Maiuri 28)

Literatur:
Maiuri, VdM31, 76-77; VdM60, 35.
Pernice, Pavimente, 56.

Befund:
Der Raum hat eine Abmessung von 310x180 cm. Die Trennwand zwischen den Räumen 417 und 418 besteht aus einer S-Mauerzunge von 80 cm in Opus quasi reticulatum aus Tuff, der restliche Teil aus Opus incertum in Tuff. Der Zugang erfolgt in der SW-Ecke über das S-Bogenportal von 79x187 cm mit Sarno/Tuff-Leibungen und Travertin-Schwelle 17. Die W-Wand hat eine Nische von H/B/T 45/25/30 cm in der zugemauerten Tür von B 93 cm. In der NW-Ecke liegt ein kleiner Herd von B 76 cm. Entlang der O-Wand befand sich der Lectus, dessen G von 210x120 cm sich in den Einkerbungen bis auf T von 20 cm in der Wand abzeichnet. Darüber liegt auf der S-Seite ein zugemauertes Fensterchen von 38x50 BR 165 cm. Die Wände tragen 2 Schichten roten Feinputz.

Fund:
3 Amphoren, Inv.4403.

CUBICULUM 418 (Maiuri 29)

Befund:
Das mittlere Cubiculum mit einer G von 333x180 cm ist in der S-Wand durch eine Tür von 79x187 cm mit Travertin-Schwelle 16 erschlossen. Dieser Raum hat den Herd von L/B/H 110/65/35 cm in der NW-Ecke. Der Lectus befindet sich entlang der O-Wand aus Opus incertum in Tuff/Lava. Seine Schmalseiten sind 20 cm in das Mauerwerk eingetieft, über dem S-Ende liegt ein Regal von dem sich die Schäfte abzeichnen. Der Raum trägt roten Feinputz und hat einen Signinum-Fussboden, Gruppe 3.

CUBICULUM 419 (Maiuri 30)

Befund:
Der Raum mit einer G von 329x180 m wird durch eine O-Tür von 100x180 cm mit ausgerückter S-Leibung und Basalt-Schwelle 62 erschlossen. Die Bettnische verläuft entlang der W-Wand aus Opus incertum in Tuff/Lava, am N-Ende ist der Lectus um 30 cm in die Wand eingetieft.

Auf der S-Seite geht die Wand als Vermauerung in die Tür von 70x185 cm mit Sarno/Tuff Leibungen über. Die Wände tragen roten Putz.

Funde:
3 Glas-Becher, 1 Öllampe, 3 Ton-Töpfe, 1 Bronze-Topf, Werkzeug Inv.4444-4452.
Über den Cubicula 417-419 zeichnet sich das OG auf die gesamte L von 10,35 m mit den Balkennestern der Unterzüge von D 25-30 cm a' 80-100 cm in H 230 cm ab. In der NO-Ecke befindet sich die mit Lehmziegeln vermauerte N-Tür von 99x220 cm.