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PERISTYLBEREICH 300

Literatur:
De Petra, NSc 1910, 139ff;
Della Corte, NSc 1922, 480ff.
Maiuri, VdM31, 66-71 Fig.25-28, 199-201, 209 Fig.85.
            VdM60, 31/33, Fig.21/22.
Pernice, Pavimente, 56.
Coarelli, Pompeji, 451-452.

 

Pläne:
Schnitte [Abbildung 11] und [Abbildung 13], [Abbildung 29] und [Abbildung 31], [Abbildung 38] und [Abbildung 42], [Abbildung 48] und [Abbildung 50]

Details:
Tafeln [Abbildung 66], [Abbildung 69], [Abbildung 70], [Abbildung 75]

Befund:
Das Peristyl ist über den Architraven des EG eingeschossig mit Kehlbalken aus Stahlbeton und Pultdächern modern erneuert, es besteht aus den Umgängen 300 und dem Hof 301 und hat eine Abmessung von 21,95x15,OO m, im Hof von 7,10x11,65 m.

Die Umfassungsmauern sind aus Opus quasi reticulatum in Tuff gemauert und mit einer Dekoration im II.Stil versehen, die deutlich in zwei Zonen geteilt ist. Die Trennung liegt auf gleicher H wie der EG-Architrav im Hof. Im unteren Teil ist Stuck-Dekoration aufgetragen, darüber liegt Kalk-Putz mit Quaderbemalung30.

Die Wände des Peristyls sind bis auf H von ca.5,00 m, an der O-Wand des Atriums zum Teil auf 7,50 m erhalten31.

Vor dem Atrium liegen die grossen Eingangs-Portale mit Tuffelli-Entlastungsbögen, Sarno/Tuff-Leibungen und -Pfeilern, sowie Travertin-Schwellen. Nach N schliesst eine Portal-Dreiergruppe, nach S zwei kleine Bogenportale an. Das Mauerwerk der Sarno-Pfeiler ([Abbildung 112]) ist nicht fugenlos gemauert. Es weist Reste von 1 mm auftragendem kitt-gipsartigen Material in den 1 cm dicken Fugen auf, die den Steinschnitt nachzeichnen.

Das Mittelportal I hat 267x350 cm und Travertin-Schwelle SCH27 [Abbildung 82]. Von den Seiten-Portalen I und II mit 110 bzw.115x350 cm und Travertin-Schwellen SCH26 [Abbildung 82] bzw.SCH28 [Abbildung 82] ist in situ ein Abguss der N-Tür [Abbildung 77] erhalten. Dübellöcher für Futter, Bekleidungen und Putzkanten zeigen deren Abmessungen32.

Das Mittelportal der Dreier-Gruppe (Foto [Abbildung 114]) mit 220x210 cm wurde durch einen Pfeiler in Opus listatum aus gelbem Tuff in eine Tür mit B von 93 cm und ein Fenster von 69x62 BR 140 cm geteilt. Von den flankierenden kleinen Seiten-Portalen mit 110x210 cm sind die Travertin-Schwellen SCH22 [Abbildung 80] und SCH25 [Abbildung 81] erhalten. Auf der S-Seite liegt das Portal zu Gang 631 mit 82x210 cm und Travertin-Schwelle SCH29 [Abbildung 81] und das zugemauerte Eck-Portal mit 122x210 cm und Travertin-Schwelle SCH30 [Abbildung 81]. Die Öffnungen in der O-Wand des Peristyls sind beim Eingangsbereich beschrieben.

Die N-Wand mit einer B von 15 m weist zahlreiche Portale mit Tuffelli-Bögen und Leibungen aus Sarno bis auf H um 1 m und darüber in Tuff, sowie Travertin-Schwellen auf. Zunächst liegt in der NW-Ecke ein Portal von 110x218 cm mit Travertin-Schwelle SCH21 [Abbildung 80]. Es folgt das zugemauerte Portal auf der Mittelachse der ehemaligen grossen N-Porticus 401-408 mit 118x218 cm. Daneben liegt ein Fenster von 116x87 BR 115 cm auf der Mittelachse der Sala apsidata mit Marmor-Fensterbank [Abbildung 87]. Das nächste Portal von 88x222 cm mit Travertin-Schwelle 20 [Abbildung 80] führte in die SO-Ecke des dahinter liegenden Oecus 410, bevor es zugemauert wurde. Das grosse Portal von 172x219 cm mit Travertin-Schwelle 18 [Abbildung 80] (Foto [Abbildung 114]) bildet die Öffnung zu Gang 411. Das anschliessende Portal von 79x187 cm mit Travertin-Schwelle 17 [Abbildung 80] führt zu Cubiculum 417, das Portal in der NO-Ecke von 79x187 cm mit Travertin-Schwelle 16 [Abbildung 79] öffnet sich zu Cubiculum 418. Zwischen beiden liegt das kleine zugemauerte Fensterchen von 38x50 BR 165 cm.

Die S-Wand hat eine B von 15,03 m. Sie hat 247 cm von der SO-Ecke ein Portal mit Tuffelli-Bogen, Sarno-Leibungen von 124x244 cm und Travertin-Schwelle 7 [Abbildung 79], dsgl. in der SW-Ecke ein Portal von 104x199 cm mit Travertin-Schwelle 8 [Abbildung 79]. Von der Dekoration II.Stils sind grosse zusammenhängende Flächen geblieben.

Der Peristylhof wird von einer zweigeschossigen tuskanischen Säulenordnung umschlossen. Diese bildet die O/W-Gänge mit B 537 bzw. 402 cm und die N/S-Gänge mit B 353 bzw.346 cm. (Tafel 30, S2 [Abbildung 66], Foto [Abbildung 111])

Die Tuff-Säulen haben im EG einen D von 1,5 osk.' und eine H von 3O7 cm, auf den N/S-Seiten haben sie einen Achsabstand von 252-254 cm, auf den O/W-Achsen betragen die Achsabstände 233-237 cm und auf der Mittelachse 276 cm. Sie weisen einen Torus mit Abtreppung, 20 Kanneluren mit oberen Zungen, sowie einen Abacus und flachen Echinus aus Kymation und Abtreppung auf.

Die Säulen des EG sind auf einem Sockel mit vorgelagerter Rinne aus Tuff angeordnet (Tafel 35, W3 [Abbildung 72]). Die Werkstücke der Sockel und Rinnen haben L von 40 bis 150 cm. In den Ecken sind Einläufe zur Ableitung des Regenwassers mit D 25 cm angebracht.

Die Interkolumnen sind mit Brüstungen von H 148 cm aus Opus incertum in Tuff geschlossen. Sie sind oben gescheitelt und ihr Putz ist kragenförmig an die Säulen angearbeitet. Das NO-Feld hat eine Tür von 99x185 mit Leibungen aus Opus listatum in gelbem Tuff und einem gescheitelten Sturz. Die Wandflächen tragen eine imitierte rote Dekoration II.Stils33.

Die Architrave bestanden aus Holzbalken mit aufgesetztem Mauerwerk und einem vorstehenden Kern für das Gesims aus Opus incertum. Darauf waren die Profile des Gesimses und einer Taenia gestuckt (Tafel 38, Detail P8 [Abbildung 75]). Davon sind Fragmente in situ auf der W- und N-Seite erhalten. Auf den Traufziegeln der W-Seite haben sich 9 Antefixe erhalten (Foto 23 [Abbildung 112])

Reste der Säulenordnung des OG lagern vor dem Baubüro34.

Der Fussboden des Peristyls besteht aus Signinum mit einem Fries aus weißen Steinen (Foto [Abbildung 132]) An den O- und S-Seiten der Umfassungswand ändert sich der Fries in schwarze Steine, die teilweise ganz aussetzen35.

Funde:
Maiuri, VdM60, 107-110 Fig.67-68. In der NO-Ecke des O-Ganges an die Wand gelehnt die Statue der Livia mit Farbresten. 4 Amphoren, 3 Öllampen, 1 Tonbecher, 1 Münze, Inv. 4348- 4350, 4397, 4401.

Graffito:
Della Corte, NSc 1922, 483, 4).

CRYPTA 302-303

Befund:
In der NW-Ecke des Peristylhofes befindet sich eine Crypta (Tafel 29, Detail A4 [Abbildung 65]). Sie besteht aus einem Oberflächen-Bauwerk mit Schildwand aus Opus listatum in gelbem Tuff. Darin liegt eine Bogentür von 90x170 cm mit einem Vordach aus 3 1/2 Dachziegeln. Der unter 7 Grad nach NO abgewinkelte Treppenraum 302 mit 5 Stg zwischen 25-32x27-30 cm endet in einem Podest vor der Flucht W-Ganges des Peristyls. Dort beginnt der Nischengang 303 mit L 430 cm und verläuft bis zu einem Durchbruch vor dem Entwässerungsschacht im Gang an der NW-Ecke des Hofes.

Die Wände der Crypta sind aus Opus incertum in Tuff gemauert und mit einer Gewölbekappe aus Opus caementitium überspannt (Foto [Abbildung 152]). Aussen ist die Crypta verputzt, Innen zeichnen sich die Schalbretter der Gewölbekappe ab. Die 6 Nischen mit Bögen aus Opus testaceum sind mit unterschiedlicher B von 37-69 cm, H von 63-90 cm und T von 37-42 cm, sowie mit H der BRen zwischen +17 und -57 cm über bzw.unter der H des Podestes gemauert. Die steil abfallende Treppe des Nischenganges ist vermutlich durch die Wassermassen des Hofes erodiert und von Sedimenten überdeckt. Entlang des Peristylganges ist die Regen-Rinne entfernt und die Oberfläche mit Signinum versiegelt.