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PORTIKEN und LOGGIEN 700

Tafeln:
O-Wände: Tafel 10 Schnitt [Abbildung 14], Tafel 11 Schnitt [Abbildung 19]
W-Wände: Tafel 12 Schnitt [Abbildung 22], Tafel 13 Schnitt [Abbildung 27]
S-Wände: Tafel 15 Schnitt [Abbildung 36], Tafel 17 Schnitt [Abbildung 43]
N-Wände: Tafel 18 Schnitt [Abbildung 46], Tafel 19 Schnitt [Abbildung 51]
                 Tafel 20 Ansichten [Abbildung 53] und [Abbildung 56]

 

Befund:
Die Villa ist im W der N/S-Achse von der Porticus 701-716 umschlossen. Diese ist mit einer Stahlbeton-Rippendecke und an den Traufen mit Aufkantungen aus Mauerwerk und Abdeckungen aus Dachziegeln überspannt, sie hat eine Abmessung von 17,50x33,00 m bei einer B von 398-400 cm. Im N-Flügel ist der Raum 409, auf der NW-Ecke das Cubiculum diurnum 702, auf der O/W-Achse die Exedra und an der SW-Ecke das Cubiculum diurnum 714 eingebaut.

Die Porticus wird begrenzt von einem Sockel aus Tuff-Werksteinen (Tafel 35, W3,[Abbildung 72]) von 15x42 cm mit L zwischen 30 bis 230 cm. Der Sockel ist im Bereich der Exedra beseitigt. Vor dem Sockel verläuft eine Regenrinne aus Werksteinen in Tuff von 25x42 cm und L zwischen 30 und 150 cm. Der D der Rinne beträgt 28 cm, wobei der Aussenrand niedriger liegt, um zu sichern dass bei Überflutungen das Regenwasser vom Gebäude weg fliesst. Ein Abzweig der Rinne verläuft entlang der N/S-Achse bis auf die Flucht der grossen N-Porticus 401-40857.

Entlang der N- und S-Seiten der Porticus sind aus der Rinne vor den Achsen der Säulen Segmente ausgearbeitet, die auch auf der W-Seite festzustellen sind, wo keine Säulen mehr stehen. Auf diese Weise liess sich der Achsabstand der Säulen der W-Seite von 9 osk' bestätigen58.

Auf dem Sockel entwickelt sich eine dorische Säulenordnung aus 2x7x14 Sarno-Säulen mit D 1,5 osk.'(42 cm). Die Säulen haben eine H von 304 cm mit Werkstücken der Trommeln von 40 bis 178 cm, 20 abgearbeitete Kanneluren, ein Kapitell mit Abacus von 5,5 cm und Echinus von 4,5 cm (Tafel 34, S4 [Abbildung 72]). Von den Säulen sind 4 im N und 3 im S erhalten.

Die Architrave von H ca.55 cm sind erneuert, sie waren aus Holzbalken und gestucktem Mauerwerk mit Sims von H 18 cm (Tafel 34, S4 [Abbildung 72] und Tafel 37, P13, [Abbildung 76]). Die Interkolumnen sind mit einer flachen BR von 55 cm geschlossen, darüber lagen Klappläden. Dafür wurden Nuten von ca.2x5 cm für die Holzrahmen eingearbeitet und die Säulen verputzt. Die dritte Säule von der N/S-Achse der S-Porticus wurde in Opus testaceum ersetzt.

Die Wände der Portiken haben durchweg einen Kalk-Putz. Der Fussboden ist aus Travertin Gruppe 1 (Foto [Abbildung 125]). Er wurde im Bereich der Cubicula diurna und der Exedra entfernt. Im O der N-Porticus 701 sowie im S der NW-Loggia 704 wurden die Stirnseiten mit neuen Friesbändern versehen. Auf eine Entfernung von 175 cm vor der O-Tür von SW-Cubiculum diurnum liegen nach O kleine Marmor-Türlager.

Funde:
Della Corte, NSc 1922, 482.

S-Loggia, Bronzen: 1 Bronze-Becken mit Henkeln in Form von Gänseköpfen D 25 cm, 1 flache Schale mit eben solchen Henkeln D 18 cm, 1 Schlangen-Armilla von G 8,5 cm, 1 Oinoche von H 16 cm, 7 Türscharniere, 5 Türangeln, 2 Griffe von 15 cm, 3 Scheiben; Eisen: 1 Langbeil L 22 cm, 1 Spitzhacke L 17 cm, 1 Schaufel , 4 Hacken 1 Gabel; Ton: 2 Tonkrüge H 13 cm und 15 cm, je 1 Ton-Topf H 10 und 16 cm, 1 Ton-Pfanne H 10 cm, 2 Antefixe mit Medusenprotomen und Palmetten, 3 Dachziegel mit Stempel C.X 8042, 2 davon L.Eumachi, 1 Ton- Krug H 42 cm mit der Aufschrift G.F.SCOMBR.SCAURI am Hals darunter CSD. 1 arretinische Schüssel D 24 cm, 2 pseudo-arretinische Schüsseln von D 12 und 14 cm.

Graffito:
Säule neben der N/S-Achse, 2).

RAUM 409 (Maiuri 22)

Befund:
Der Raum hat Abmessungen von 366x372 cm. Seine W-Wand liegt auf der N/S-Achse und hat in der S-Ecke eine Tür von 108x220 cm mit Marmor-Schwelle 45. In der N-Ecke liegt ein Fenster von 144x160 BR 60 cm aus Opus reticulatum in Tuff mit Leibungen aus Opus listatum in gelbem Tuff neben einem Pfeiler von 120 cm aus Opus incertum in Tuff.

In der W-Ecke der S-Wand befindet sich eine zugemauerte Tür mit 98/190 cm. In der O-Wand liegt das geschlossene Bogenportal zum N-Oecus und darüber ein (Raub?)-Loch. In der W-Ecke der N-Wand steht Naturstein-Mauerwerk aus Sarno/Tuff an und lässt einen Durchbruch von B 30 cm bis auf H 80 cm, darüber von B 60 cm frei. Der Raum trägt weißen Kalk-Putz und hat einen weißen Mosaik-Fussboden der Gruppe 5 mit schwarzem Rahmen.

NW-CUBICULUM DIURNUM 702 (Maiuri 10)

Befund:
Die NW-Ecke der Porticus nimmt das Cubiculum diurnum mit G 363x347 cm und der Alkoven von 148x300 cm ein. Die Wände sind bis auf H zwischen 80 und 160 cm erhalten und darüber modern erneuert. Die W-Wand hat eine Ecke aus Opus testaceum über einer Schicht von H 15 cm in Opus listatum aus Tuff. An der Traufe ist ein Stück von 90x300 cm des Gesimses in situ erhalten (Tafel 37, P5 [Abbildung 74], Foto [Abbildung 148]).

Entlang der N-Wand folgt ein Fenster von 134x260 cm mit schräger W-Leibung und abgetragener BR von 100 cm. Die O-Leibung aus Opus testaceum ist in den Pfeiler aus Opus reticulatum in gelben Tuff verzahnt. Es folgt das N-Fenster im Alkoven von 129x284 cm mit BR 100 cm aus Opus reticulatum mit W-Leibung in Opus listatum aus gelbem Tuff und O-Leibung aus Opus testaceum. Das Mauerwerk trägt Reste von weißem Kalk-Putz.

Die W-Wand der NW-Ecke sitzt auf 2 Schichten Opus vittataum aus Tuff. Darüber ist Opus testaceum bis auf 170 cm erhalten. Nach S folgt ein Fenster von 129x284 BR 42 cm aus Opus reticulatum gefolgt von Opus vittatum in gelbem Tuff. Die S-Wand hat eine Tür von B 100 cm mit Marmor-Schwelle 46 [Abbildung 83]. Die O-Wand des Alkovens besteht aus Opus reticulatum in gelbem Tuff. Die Wände tragen Reste von weißem Kalk-Putz. Der Fussboden ist aus weißem Mosaik Gruppe 5 mit schwarzem Rahmen und vom Alkoven durch einen Vorleger mit Flechtband getrennt (Foto [Abbildung 137]).

NW-LOGGIA 704

Befund: Der Raum liegt zwischen dem Cubiculum diurnum 702 im N und der Exedra im S. Er hat eine G von 340x845 cm. In der W-Wand befindet sich ein grosses Fenster von 382x271 BR 55 cm aus Opus incertum und im SW die Nische 705 von G 246x110 cm mit einem Bogen-Portal von 205x223 cm und Marmor-Schwelle 50. Die Leibungen des Fensters bestehen aus Opus vittatum, die des Portals nach N aus Opus vittatum, nach S aus Opus testaceum. Das Tympanon des Tuffelli-Bogens ist aus Opus reticulatum in gelbem Tuff.

Die S-Wand ist aus Opus reticulatum in gelbem Tuff hergestellt, die O- und N-Wände sind bei den zugehörigen Räumen 604-605 und 607, 602 und 603 beschrieben. Die Wände tragen Reste von weißem Kalk-Putz. Der Fussboden ist aus Travertin Gruppe 1, er liegt in der Nische 705 diagonal, nach N/S sind die Friese antik angearbeitet.

EXEDRA 706-711 (Maiuri 1)

Literatur:
De Petra, NSc 1910, 139ff.
Della Corte, NSc 1922, 480ff.
Maiuri, VdM31, 53-54 Fig.17;
            VdM60, 23-24 Fig.13.
Pernice, Pavimente, 55ff.

Befund:
Die Exedra (Foto [Abbildung 103]) hat eine G von ca. 25x50 röm'(7,67x15,17 m). Sie besteht aus dem Raumteil 706 in der Flucht der W-Porticus mit 495x591 cm, der Abside 707 und den Nischen 708 mit 102x269 cm, sowie 711 mit 103x267 cm in Form eines Omega mit R 442 cm und den N/S-Teilen 709 bzw.710 des Pteros. Der Raum liegt unter freiem Himmel.

Raumteil 706 hat in Verlängerung der Seitenwände des Tablinums Mauerzüge aus Opus reticulatum in gelbem Tuff. Sie sind an den Ecken in Opus testaceum verzahnt und gehen in die Leibungen der Portale der N/S-Loggien über.

Die N-Nische 708 hat ein Fenster von 167x262 BR 39 cm mit Leibungen aus Opus vittatum und Marmor-Fensterbank 2 [Abbildung 87]. Die BR ist aus Opus reticulatum, sie trägt Spuren von rotem Putz. Die S-Nische 711 mit 150x262 cm aus Opus vittatum, hat eine BR von 37 cm aus Opus reticulatum mit Marmor-Fensterbank 3 [Abbildung 87].

Die Apsis setzt mit Ecken aus Opus testaceum an und hat Pfeiler mit Halbsäulen von B 59 cm aus Opus testaceum mit Basaltlagern von B 20 cm für die Rahmen der Fenster mit B 350 BR zwischen 30 bis 50 cm. Auf der O/W-Achse ist die BR aus Opus reticulatum mit Ecken aus listatum in gelbem Tuff schildartig bis auf die Vorderkante des Simses der Plattform vorgezogen und bildet so die Basis einer Aedicula von B 555 cm. Im Bereich 706 ist schwarzes Fussboden-Mosaik der Gruppe 5 mit einem weißen Rahmen erhalten (Foto [Abbildung 134]). Die Raumteile des Pteros der Exedra setzen auf der Flucht der N/S-Leibungen der grossen Fenster in den NW/SW-Loggien an. Die Aussenseiten sollen schwarz verputzt gewesen sein59. Der Fussboden bestand aus Cocciopesto, wie Reste der Zuschlagstoffe zeigen.

Auf den NW/SW-Ecken standen Säulen, auf der Achse der Apsidenbasis nach N und S Doppelsäulen. Säulen und Doppelsäulen haben einen Kern aus Opus testaceum mit einem Fertigmass von 2 bzw. 6 röm'. Plinthe, Trochilus und Kanneluren sind angestuckt (Foto [Abbildung 117], Tafel 30, S8, S9). Zwischen den Ecksäulen und der BR der Aedicula stehen Reste der BR-Mauern in Opus incertum aus Kalk/Tuff/Lava.

Graffiti:
Della Corte, NSc 1922, 485.
Im S-Bereich 710 des Pteros, Graffiti unter einem schematischen Vierfüssler 31)-33); 34)-38).

SW-LOGGIA 713

Befund:
Zwischen Cubiculum diurnum 714 und der Exedra liegt die SW-Loggia mit G 361x860 cm. Ihre W-Wand ist aus Opus vittatum und hat eine Öffnung von 368x281 mit BR 40 cm aus Opus incertum. Ankerlöcher in den Leibungen zeigen an, daß hier Klappläden befestigt waren.

Nach N liegt die Nische 712 mit 211x96 cm und Bogenportal mit 164x223 cm, Leibungen aus Opus testaceum und Marmor-Schwelle 52 [Abbildung 84]. Die Loggia schliesst in Verlängerung des Tablinums mit einer Wand aus Opus reticulatum in gelbem Tuff ab, die mit einem Pfeiler aus Opus testaceum endet. Im S besteht die Wand des Alkovens aus Opus incertum. Die Öffnungen der O-Wand sind bei den Räumen 619 und 627 des S-Flügels des Hauptgebäudes beschrieben. Die Wände tragen Reste von weißem Kalk-Putz. Die Loggia hat einen Travertin-Fussboden Gruppe 1 (Foto [Abbildung 125]) er ist in der Nische 712 diagonal verlegt.

SW-CUBICULUM DIURNUM 714 (Maiuri 9)

Befund:
Dieser Raum hat eine Abmessung von 262x350 cm. Die Wände sind zwischen H 60-250 cm erneuert. Der N-Alkoven von 140x260 cm hat ein W-Fenster von 106x251 cm mit Leibungen aus Opus vittatum und einer BR von 80 cm aus Opus incertum mit Marmor-Fensterbank 4. Daneben liegt ein Fenster von 133x297 BR 29 cm mit schräger S-Leibung aus Opus testaceum und Marmor-Fensterbank 5.

Die SW-Ecke ist aus Opus testaceum auf einer Schicht von Opus listatum in Tuff aufgemauert. Das anschliessende S-Fenster von 152x290 cm hat eine BR von 36 cm aus Opus testaceum mit der Marmor-Fensterbank 6. Es folgt nach O ein Mauerstück aus Opus vittatum mit einer Halbsäule über einem Sockel von H 45 cm aus Opus testaceum. Die O-Wand ist aus Opus incertum in Tuff/Lava. Sie hat eine Tür von 105x206 cm mit einer N-Leibung aus Opus listatum in gelbem Tuff und Marmor-Schwelle 57 (Foto [Abbildung 126]) mit vegetabilen Ornamenten60. Die Wände tragen Reste von weißem Kalk-Putz. Der weiße Mosaik-Fussboden mit schwarzem Rahmen der Gruppe 5 ist vom Alkoven durch einen Vorleger (Foto [Abbildung 126]) mit vegetabilen Ornament getrennt.

NW/SW-PORTIKEN

Die Mauerzüge der N/S-Achse wurden bis zu den Kanten der Plattform verlängert, davor sind die NW- und SW-Portiken errichtet. Sie haben mit 210 cm die B des Interkolumniums neben der N/S-Achse und bestehen aus einer Ordnung von Pfeilern mit Halbsäulen in Opus vittatum mit BR von 50 cm aus Opus reticulatum in gelbem Tuff. An den Stirnseiten wurden Ausgänge auf die Plattform und über Treppenanlagen in den Garten vorgesehen. Die Portiken sind modern mit Pultdächern überdeckt.

 
Tafeln:
O-Wände: Tafel 10 Schnitte [Abbildung 14] und [Abbildung 15]
W-Wände: Tafel 13 Schnitte [Abbildung 26] und [Abbildung 27]
S-Wände: Tafel 15 Schnitte [Abbildung 34] und [Abbildung 36]
N-Wände: Tafel 17 Schnitt 36, Tafel [Abbildung 26] Schnitt [Abbildung 46]
Ansicht: Tafel [Abbildung 56]

Literatur:
De Petra, NSc 1910, 139ff.
Maiuri, VdM31, 47-49 Fig.13.
            VdM60, 21-22 Fig.13.
Pernice, Pavimente, 55ff.

NW-PORTICUS 700

Befund:
Die NW-Porticus hat eine G von 790x230 cm. Entlang der W-Wand der großen N-Porticus 401-408 ist der Sockel mit vorgelagerter Rinne erhalten. In einem Abstand von 106 cm von der SO-Ecke aus Sarno/Tuff-Quadern liegt ein Durchgang zur Treppe in die Cryptoporticus mit 90x195 cm, einem Vordach aus 3 Dachziegeln und dem stark ausgetretenen Tuff-Sockel. Neben der N-Ecke aus Sarno/Tuff-Quadern befindet sich in H 300 cm ein Loch, durch das vermutlich der Zuganker des scheitrechten Bogens geführt war. In der Mitte der mit weissen Putzresten bedeckten Wand, ist das Fragment eines Stuckgesimses, als Verbindung zwischen den Traufen der N/W/S und der grossen N-Porticus in H 335 cm erhalten.

Die Verlängerung der N/S-Achse bis zur N-Kante der Plattform um 317 cm besteht aus einem Mauerstück in Opus incertum aus Tuff-Lava. Auf der N-Kante ist eine Giebelwand aus Opus vittatum mit Spiegeln aus Opus reticulatum in Tuff angelegt, sie hat eine Tür von 108x220 cm. Auf der W-Seite liegt in der NW-Ecke ein Ausgang von 179/286 cm mit Leibungen aus Halbsäulen61. Der Fussboden fehlt62

Von der N-Treppe 723  [Abbildung 62] Detail A2 sind 5 Tritte aus Tuff-Werkstein sichtbar. Entlang ihrer N-BR sind Bruchstellen einer Trennmauer bis auf H 220 cm zu sehen, die sich in den Aussenbereich zog  63.

Fund:
1 Amphore, Inv.4554.

SW-PORTICUS 717

Befund:
Auf der SW-Seite hat die Porticus eine G von 718x210 cm. Von der SW-Gebäudeecke aus Sarno/Tuff-Mauerwerk verläuft eine Stützmauer aus Opus incertum unter einem Winkel von 9 Grad nach S. Darauf ist der Stufengiebel der Doppelporticus mit L 700 cm und H zwischen 460 und 560 cm in Opus incertum aus Tuff/Lava errichtet. Er endet in einer Halbsäule aus Opus testaceum. 52 cm neben der SW-Ecke liegt die Tür zum N-Gang 718 der Doppelporticus von 200x227 cm. Die Wand trägt Reste von weißem Kalk-Putz.

Darin zeichnen sich in H 305 cm die Balkennester von 10x10 a' 29 cm einer abgehängten Holzdecke aus Bohlen von 2x29 cm in situ, sowie in H 370 cm Balkennester 15x15 cm a' 50 cm ab. Über dem Ortgang des neuen Pultdaches liegt in H 420 cm in der N-Ecke ein Stück des alten Ortganges mit Dachziegelresten.

Die Basalt-Schwelle 14 [Abbildung 80] bildete den N-Abschluss der SW-Porticus. Die W-Wand hat ein grosses Fenster von 357x232 cm mit Leibungen aus Opus vittatum über einem Sockel von Opus testaceum, mit einer BR von 80 cm aus Opus reticulatum in gelbem Tuff. Gegenüber dem Ausgang zur Doppelporticus liegt eine Tür von 230x300 cm auf die Plattform.

Das Regenwasser der SW-Porticus wurde über eine Rinne aus Dachziegeln in die Cisterne 734 im S-Flügel der Cryptoporticus abgeleitet. Der Einlaufstutzen aus einem Werkstück in Basalt von 71x74x25 cm mit einer Öffnung von D 38 cm [Abbildung 72] Detail W4 befand sich etwa in der Mitte des Gewölbescheitels.

Der S-Giebel mit Opus incertum in Tuff/Lava ist in die Ecke aus Opus vittatum verzahnt und hat eine Tür von 134x220 cm zur S-Treppe. Der Fussboden ist aus Signinum Gruppe 3, er hat ein Gefälle von 20 cm nach S.

Die Treppe folgt dem um 9 Grad abgewinkelten Giebel der Doppel-Porticus. Ihr Lauf baut auf einem Bogen auf, dessen Wange in Opus testaceum gemauert ist und von einer kleinen BR abgeschlossen wird. Von der Treppe sind 9 Tritte aus Steinbrocken und Ziegeln sichtbar [Abbildung 63]. Die Austrittsstufe in der Türleibung ist mit Basalt-Quadern gefasst 64.

Fund: 1 Ton-Flasche, Inv.4553.

DOPPELPORTICUS 718

Tafeln:
W-Seiten: Tafel 9 Schnitt [Abbildung 9], Tafel 10 Schnitt [Abbildung 14]
O-Seiten: Tafel 13 Schnitt [Abbildung 27], Tafel 15 Schnitt [Abbildung 33]
S-Seiten: Tafel 15 Schnitt [Abbildung 34], [Abbildung 35]
S-Ansicht 48 Tafel [Abbildung 28]

Literatur:
Maiuri, VdM31, 82-85 Fig.33-35.
            VdM60, 37-38 Fig.25.

Befund:
Im SO der Villa, zwischen N/S-Achse und Via Superior verläuft auf eine B von 695 cm eine Doppel-Porticus. Sie ist mit einem modernen 2-stufigen Pultdach überdeckt. Die Schrägstellung des W-Giebels aus Opus incertum in Tuff/Lava entspricht etwa dem Verlauf der Via superior. Der Boden liegt bei -55 cm NN.

Von der mittleren Säulenordnung mit einem Abstand von 300 cm neben der Flucht der Plattform sind von W 7 Säulen (Foto [Abbildung 99]) und nach O 4 Sockel-Fragmente erhalten 65

Die Säulen haben einen Kern aus Ziegelsegmenten von D 51 cm über gemauerten Plinthen von 78x78 cm, die auf Einzelfundamenten stehen. Plinthe, Torus, 20 Kanneluren und Kapitelle wurden aufgestuckt  [Abbildung 71] Detail S6. Die gemauerten Architrave von 40x80 cm über Holzbalken sind erneuert. Der Giebel des N-Ganges 718 hat eine W-Tür von 220x227 cm mit Leibungen aus Opus vittatum und die Basalt-Schwelle 63 [Abbildung 86].

Entlang der S-Umfassungswand aus Opus quasi reticulatum verläuft eine vorgeblendete Mauer in H von 240 cm der äusseren Säulenordnung. Sie trug eine impluviale Traufrinne, von der nur der Verputz auf der Wand erhalten ist. Die Mauer besteht im Bereich der Nebenräume des Atriolums auf eine L von 640 cm aus Opus reticulatum in gelbem Tuff.

Die Fenster der Räume 507, 508 und 518 mit schrägen Leibungen und Innengrösse von 80x80 cm sind zugemauert. Das Fenster zu Raum 508 von 100x118 BR 90 cm und die Tür von 105x274 cm zu Raum 509 haben Leibungen aus Opus vittatum mixtum, das im angrenzenden Opus incertum verzahnt ist (Foto [Abbildung 98]).

Neben der Tür hat das Mauerwerk einen Spiegel aus Opus reticulatum, über der Tür liegt ein Oberlicht mit 68x87 BR 284 cm. Im weiteren Verlauf besteht das Mauerwerk der vorgeblendeten Wand nach O aus Opus incertum in Tuff mit Resten von rotem und weißem Putz. Im Bereich der Küche befindet sich ein Durchbruch von ca.100x250 cm.

Von dem S-Gang 719 mit einer l.W. von 300 cm sind 22 Säulen der äusseren Säulenreihe sichtbar. Sie haben je 10 gemauerte Trommeln von einem D 1 röm' mit abwechselnd Opus testaceum und Opus reticulatum in Tuff auf einem durchgehenden Fundament. Die Säulen tragen Reste von Mörtel und einen aus Opus reticulatum in Tuff gemauerten Architrav von 30x40 cm über Holzbalken  [Abbildung 71] Detail S8. In der W-Wand aus Opus incertum in Tuff-Lava liegt ein Fenster von 134x124 BR 80 cm mit Fensterbank 8 aus Marmor [Abbildung 87].

Fund:
3 Münzen, Inv.4380.

PLATTFORM

ERDGESCHOSS

Tafeln:
Grundriss Bauaufnahme[Abbildung 4]
Schnitt [Abbildung 20], Schnitt [Abbildung 23] W-Gang,  Schnitt [Abbildung 35] O-Gang,

Ansichten:
S-Ansicht [Abbildung 34], S-Ansicht [Abbildung 56],
N-Ansicht [Abbildung 45], N-Ansicht [Abbildung 55]
W-Ansicht [Abbildung 21],W-Ansicht [Abbildung 53] und [Abbildung 54]

Literatur:
Maiuri, VdM31, 48-49, TAV.E.
             VdM60, 22 Fig.15.

Befund:
Die Plattform umfasst im W der N/S-Achse 90x180 osk.'(24,75x49,50 m). Bis zur W-Kante der Porticus verbleibt ein Abstand von 3x9=27' und bis zur N- und S-Kante je 30'. Die Kante wurde gesichert durch eine Brüstungsmauer aus Opus incertum in Tuff von H 110 cm. Davon sind auf den N- und S-Seiten Reste erhalten [Abbildung 64]. In H der OK-Cryptoporticus wurden in der Brüstungsmauer Entwässerungsrohre aus 2 aufeinanderliegenden Firstziegeln von 17 cm etwa a' 150 cm angebracht, von denen auf der N-Seite einige erhalten sind. Von dem auf H des Gewölbescheitels um 14 cm vorspringenden Gesims mit Kehle sind heute nur noch Reste auf der S-Fassade erhalten66. Über die Gartenanlagen auf der Plattform fehlen genaue Angaben67.

Funde: Zahlreiche Antefixe, 3 Münzen, 1 Öllampe, Inv. 4554-4456.

Auf der N-Seite setzt sich die Kante der Plattform in H NN als Fundamentmauer aus Opus incertum in Tuff fort. Vor der Sala apsidata konnte ein Rest der Oberfläche aus Signinum festgestellt werden. Auf einen regen Verkehr deuten Schleifspuren an der NO-Ecke der Anlage hin (Foto [Abbildung 88])

Entlang der Doppelporticus wurde die Plattform abgetragen und der Fussboden auf 55 cm unter NN verlegt. Die Fundamente der mittleren Säulenreihe der Doppelporticus setzen die Flucht der Plattform fort, halten sich aber ausserhalb68.

UNTERGESCHOSS Tafel [Abbildung 2]

FUNDAMENTE

Die Fundamente treten nur an einigen Stellen zutage. Sie sind aus grobem Opus incertum oder Opus caementitium und haben z.T. bei einer T von 100-150 cm eine größere B als das aufgehende Mauerwerk.

Bei der Grabung wurde eine genaue Beobachtung des gewachsenen Bodenverlaufes bzw. evtl. urgeschichtlicher Spuren nicht vorgenommen.

CRYPTOPORTICUS 731-736

Literatur:
Maiuri, VdM31, 86-90 Fig.36-38;
            VdM60, 38-41 Fig.26-27.

Die Cryptoporticus umschliesst das UG im W der N/S-Achse und den Treppenzugang auf der O-Seite. 1931 war die Anlage aussen bis auf Fundament-OK ausgegraben, sie ist heute von Vegetation und Schutt bis zum Ansatz der Bogennischen, an der NW-Ecke bis zur Kante der Plattform bedeckt.
Befund: Die Cryptoporticus hat eine Abmessung von 90x180 osk.' (24,75x49,50 m). Sie gliedert sich aussen in 24 Bogennischen auf der W-Seite, 6 auf der N- und 12 auf der S-Seite. Bei der Aufteilung von Pfeiler und Bogen wurde ein Bandraster verwendet, wobei die Putzdicke der 25 Achsen x 7' = 175' mit insgesamt 5' materialisiert und auf die 24 Leibungen und 2 Aussenwände verteilt wurde. Pfeiler, Bogennischen und Eckpfeiler wechseln in einem Rhythmus von 3:4:5 ab.

Der S-Gang ist unter der Flucht der SW-Porticus mit einer Wand aus Opus incertum in Tuff abgetrennt, in der sich ein Raubloch befindet. Im Gang war die Zisterne 734 mit Kontrollgang 735 von B 45 cm entlang der Aussenwand eingerichtet. Davon war eine Strecke von 10,50 m abgetragen und der Schutt vor der N-Wand gelagert.

Das H-Verhältnis von Sockel/Nische/BR beträgt 4/8/8 osk.' (Tafel 28, A3 [Abbildung 64]). Der Sockel hatte eine H von 110 cm, das Mittelfeld der Bogennischen eine H von 220 cm und von dort bis zur vermuteten BR-Oberkante sind es weitere 220 cm. Der antike Höhenriss ist sichtbar (Foto [Abbildung 147]). Er liegt z.T. unter dem Putz der Pfeiler zwischen den Bögen 11, 12 und 13 in einer H von 10', also in halber H der Fassade und ist in eigens zu diesem Zweck ausgewählte regelmässige Basalt-Quader eingeritzt. Unterhalb davon befindet sich ein zur Hälfte abgebrochenes Tonrohr69.

Das Mauerwerk hat Aussenschalen aus Opus incertum von grobem Tuff, der hier und da mit Lava durchsetzt ist. Für die Kanten der Bogennischen sind grosse, regelmässige Sarno/Tuff-Brocken ausgewählt. Die Eckpfeiler bestehen aus gemauerten Sarno-Quadern mit Schichthöhen von 20 bis 50 cm und Steinlängen von 20 bis 60 cm (Foto [Abbildung 104]). Es wurde Mörtel mit hohem Zementanteil und Lavasanden verwendet.

Die Bogen bestehen aus Tuffelli von 6-8x21-23 cm, die untereinander hell/dunkel abwechseln. Innerhalb der 20 cm tiefen Bogennischen sind Wolfsaugen von 10x29 bzw.innen von 48x58 cm angeordnet. Ihre Stürze sind aus Sarno/Kalk/Tuff-Quadern 0hergestellt. Auf der N-Seite sind die Bogennischen 1-6 von der N/S-Achse geschlossen, sowie die Art und Lage der Wolfsaugen verändert. Die Öffnungen 1-3 liegen in der Kämpferlinie und haben Augen mit nach oben geneigten Sturz, um dem aussen später aufgeschütteten Erdreich Rechnung zu tragen. Das Wolfsauge im Treppenschacht 401 ist zugemauert.

Die Fassade war mit weißem Putz überzogen, der nur noch in den Bogenleibungen und an vereinzelten Wandflächen erhalten ist. Das gestuckte Gesimsprofil mit 8x14 cm war an der OK abgeschrägt und hatte an der UK eine Kehle in Form eines Viertelbogens. Sein Kern aus vorkragenden Tuff-Platten, war in das Opus caementitium des Gewölbebogens eingebettet.

Auf der O/W-Achse sind Raublöcher in der Aussen- und Innenwand des W-Ganges zu sehen. Vor dem N-Gang zeichnen sich neben der Bogennische 6 von der N/S-Achse und an der NW-Ecke Trennwände ab.

Funde:
Maiuri, VdM31, 27 Fig.4.
An der NW-Ecke der Cryptoporticus, Knochen von 4 menschlichen Skeletten, einer Ziege, 1 Hund und 4 Panzer von Schildkröten. 1 Ton-Teller, 3 Ton-Töpfe, 1 Ölflasche, Inv.4557-4558.