S-BEREICH 500
Auf der S-Seite des Peristyls vom Eingangsbereich bis zur N/S-Achse und nach S bis zur Innenseite der Cryptoporticus liegt analog zur N-Seite der S-Bereich. Dieser ist in zwei nahezu gleichgrosse Hälften aufgeteilt. Die eine nach W umfasst das Atriolum 500-501, das Balneum 505-506, sowie Nebenräume. Die O-Hälfte enthält den Küchenhof 510-514 und eine Nebenraumgruppe in Verlängerung der Raumflucht des Eingangsbereiches 515-519.
Das Atriolum ist eingeschossig überdacht. Die im S anschliessende Raumflucht der Räume 507-509, sowie die Latrina 519 und der benachbarte Raum 518 sind mit Stahlbetondecken überspannt. Über Raum 515 war ein Baubüro eingerichtet, das durch eine Stahlbetontreppe erschlossen ist. Über dem Altar 520 wurde ein Eternit-Dach angebracht. Der Gang 502, das benachbarte Apodyterium und das Laconicum sind mit einem Pultdach überdeckt, der Rest liegt unter freiem Himmel.
ATRIOLUM 500-501
Literatur:
De Petra, NSc 1910, 139ff.
Della Corte NSc 1922, 480ff.
Maiuri VdM31, 61-66 Fig.21-23.
VdM60, 28-31 Fig.18-20.
Pernice, Pavimente, 55-57.
Tafeln:
W-Wände Tafel 9 Schnitt [Abbildung 11], Tafel 10 Schnitt [Abbildung 14]
O-Wände Tafel 13 Schnitt [Abbildung 27], Tafel 14 Schnitt [Abbildung 30]
S-Wände Tafel 15 Schnitt [Abbildung 35], Tafel 16 Schnitt [Abbildung 37]
N-Wände Tafel 19 Schnitte [Abbildung 50], [Abbildung 51], [Abbildung 52]
Befund:
Das Atriolum hat eine Abmessung von 7,32x7,45 m. Die Umfassungs- und Hof-Wände sind aus Opus quasi reticulatum in Tuff, sie tragen Kalk-Putzreste. Das Impluvium hat eine G von 320x270 cm. Die Fassung mit der vorgelagerten Rinne ist aus Tuff-Werksteinen mit L zwischen 34 und 98 cm (Rinne 30 cm) hergestellt. Die Rinne hat in der NO-Ecke einen Bodeneinlauf mit D 15 cm. Über den Ecken des Impluviums erheben sich vier Säulen (Tafel 34, [Abbildung 68]) aus Opus testaceum mit D 44 cm und H 320 cm. Sie haben Kapitelle mit einem Abacus von D 46 cm und einem Echinus von 50/50 cm aus Ziegelplatten.
Die Anlage hat auf der Mittelachse in der W-Wand ein Bogenportal von 118x210 cm mit Sarno/Tuff-Leibungen und Travertin-Schwelle 13. In der NW-Ecke liegt ein zugemauertes Portal von 105x205 cm mit Sarno/Tuff-Leibungen, Dübellöchern in H 60 cm und Travertin-Schwelle [Abbildung 85].
Die N-Wand hat zwei Öffnungen, davon ist das Bogenportal von 141x203 cm mit Sarno/Tuff-Leibungen auf B 88 cm zugemauert. Darüber liegt in H 405 cm ein Oberlicht von 30x30 cm mit schrägen Leibungen und steigendem Sturz. Zum Peristyl führt eine Tür von 104x199 cm mit Sarno/Tuff-Leibungen und Travertin-Schwelle 8, die W-Leibung ist auf B 18 cm mit Opus incertum aufgemauert. Neben der O-Leibung (Foto [Abbildung 150]) zieht sich eine auffällige Verfugung bis in die NO-Ecke43.
Nach O liegen die Zugänge zur Küche und zum Balneum (Foto [Abbildung 116]). In der NO-Ecke befindet sich zunächst ein Bogenportal von 108x200 cm mit Sarno/Tuff-Leibungen und Travertin-Schwelle 9 zum O-Gang 502. Es folgt die Öffnung zum Apodyterium mit 175x210 cm mit einem Tuffelli-Bogen und Tympanon aus Opus quasi reticulatum über einbem modernen Sturz, Leibungen aus Opus testaceum und Mosaik-Schwelle 10 [Abbildung 79]. Nebenan liegt eine Öffnung von 145x225 cm mit Marmor-Schwelle 11 [Abbildung 79]zum Tepidarium. Darüber liegt im OG eine Tür mit B 98 cm und Leibungen aus Opus listatum in gelbem Tuff.
Auf der S-Wand zeigt sich in der SW-Ecke das Fragment eines Bogenportals im Bereich der Öffnung von 123x225 cm mit Marmor-Schwelle 12 [Abbildung 79], in der SO-Ecke liegt eine Tür von 137x202 cm mit O-Leibung in Opus listatum aus gelbem Tuff.
Die Wände des Atriolums tragen weißen Kalk-Putz. Darin zeichnen sich in H 315 cm die Balkennester 10x10 a' 32 cm eines OG-Umganges ab. Das OG-Mauerwerk ist bis auf H zwischen 350-500 cm erhalten. Der Fussboden (Foto 35 [Abbildung 124]) trägt einen Belag aus schwarzen Tessellae und polychromen Steinen, Gruppe 2.
Funde:
Della Corte, NSc 1922, 480. 23 Antefixe, Ziegelstempel, Tondeckel D 9cm.
ECKRAUM 507 (Maiuri 47)
Befund:
Der Raum hat eine G von 308x334 cm. Er ist vom Atriolum erschlossen. In der S-Wand lag ein in Opus incertum vermauertes Fenster von 40x60 BR 280 cm mit schrägen Leibungen. Nach W öffnet sich ein grosses Fenster von 190x195 BR 30 cm in die SW-Porticus.
In der O-Wand liegt eine zugemauerte Tür von B 80 cm, deren Mosaik-Schwelle SCH 69 [Abbildung 86] mit Schuppenmuster in einer Öffnung von 20 cm freigelegt wurde44. Die Wände sind mit Kalk-Putz versehen. Der Raum hat einen weißen Mosaik-Fussboden, der Gruppe 1 (Foto [Abbildung 122]) verwandt, mit einem dunklen Rahmen. In der SO-Ecke befindet sich eine kleine Ausgussöffnung mit Marmor-Fassung.
RAUM 508 (Maiuri 46)
Befund:
Der Raum mit einer G von 233/304 cm hat eine O-Wand aus Opus listatum mit Verzahnung in Opus reticulatum aus gelbem Tuff. In der SO-Ecke liegt eine modern zugemauerte Tür von 133x215 cm zu Raum 509, der über eine Differenztreppe, vermutlich aus Holz, erreicht wurde. Der Zugang vom Atriolum erfolgt über eine N-Tür von 100x202 cm. Die Aussenwand hat ein S-Fenster von 109x118 BR ca.70 cm. Die Wände tragen weißen Kalk-Putz, der Raum hat einen Fussboden, Gruppe 2 (Foto [Abbildung 123]), aus Travertin und schwarzen Steinen, mit 7 schwarzen, weißen und diagonalen Rahmen aus Tessellae.
RAUM 509 (Maiuri 45)
Befund:
Der Raum hat eine Abmessung von 310x387 cm. Sein Boden hat keinen Belag und liegt auf H der Doppelporticus von -50 cm NN. In der Umfassungsmauer aus Opus quasi reticulatum befindet sich eine Tür mit Leibungen aus Opus vittatum und Verzahnungen in Opus reticulatum aus gelbem Tuff von 105x274 cm mit einem Oberlicht von 68x87 BR 284 cm (Foto [Abbildung 98]). Die Wände tragen Reste von Kalk-Putz. In der Mitte der O-Wand befindet sich in H 250 cm ein (Raub?) Loch.
BALNEUM
Das Balneum setzt sich aus dem Apodyterium 503 (Maiuri 42), dem Tepidarium 505 (Maiuri 43) und dem Laconicum 504 (Maiuri 44) zusammen. Vom Peristyl ist es durch O-Gang 502 getrennt.
O-GANG 502
Befund:
Der Gang hat eine Abmessung von 108x475 m mit Wänden aus Opus quasi reticulatum in Tuff. 100x200 cm mit Sarno/Tuff-Leibung den Abschluss, dessen N-Leibung einen Versatz bildet. Der Gang hat einen roten Feinputz, eine abgehängte Stuckkappe, und einen Signinum-Fussboden der Gruppe 3.
Die Grundrisse des Apodyteriums und Laconicums bildeten Quadrate von B 175 cm. Ihre Umfassungsmauern bestehen aus Opus quasi reticulatum in Tuff.
APODYTERIUM 503 (Maiuri 42)
Befund:
Der Raum ist nach W offen, seine Mauerenden sind in Opus testaceum gefasst. In der SO-Ecke liegen zwei kleine zugemauerte Bogentüren von 72x172 cm mit Tuff-Leibungen. Die Decke ist von einer abgehängten Stuck-Bogenkappe überspannt, die Wände tragen eine Dekoration II.Stils, der Boden ist aus Travertin, Gruppe 1, mit Vorleger 10 aus Mosaik ( Foto [Abbildung 89])
LACONICUM 504 (Maiuri 44)
Befund:
Das Laconicum ist über die kleine S-Tür von 72x141 cm erschlossen. Seine Innenverkleidung mit D 165 cm besteht aus Tegulae mammatae von 3/48/50 cm, die mit Eisennägeln im Untergrund befestigt sind. Die Schalen sind mit weißem Feinputz überzogen. Die Decke bildet ein falsches Gewölbe aus 11 Schichten Ziegeln mit Abluftöffnungen und einem Deckel aus dem Boden eines Doliums von T 40 cm.45.
TEPIDARIUM 505 (Maiuri 43)
Befund:
Das Tepidarium hat eine Abmessung von 401x358 cm. Es ist über die W-Tür von 145x230 cm mit Marmor-Schwelle 11 erschlossen. In den Raum ist ein Treppenauge von 50x170 cm i.L. aus Opus vittatum, Opus testaceum und Opus reticulatum aus gelbem Tuff eingebaut.
Die Läufe und Podeste der Treppe zeichnen sich mit Vorsprüngen und Kerbungen an dem blockartigen Treppenauge und der Aussenwand aus Opus quasi reticulatum ab. Über dem SO-Podest öffnet sich ein kleines Fenster von 17x20 BR 280 cm zum Küchenhof, seine Leibungen sind in Opus testaceum gefasst.
In der SW-Ecke des Tepidariums liegt das Labrum 506 in Form eines Bogenabschnittes (Radius 130 cm) mit L/B von 200/50 cm. Es trägt blau-grünen Feinputz, sein Boden hat eine T von -64 cm NN, sein Rand die H 38 cm.
Funde:
Della Corte, NSc 1922, 481.
4 Töpfe D 20-31 cm, 9 Deckel D 11-24 cm, 5 Krüge H 14-27 cm, 1 Vase H 24 cm, 1 Schüssel D 30 cm, 1 Becher H 15 cm, 1 Amphore. Arretinische Ware: 1 Schüssel D 28 cm mit Stempel, 1 Becher H 16 cm.
KÜCHE 510, 513
Der Küchentrakt umfasst den Hauptraum 510 mit Herd 511, kleinem Backofen 512, grossem Backofen 514, Altar 520, den Seitenraum 513, sowie die Nebenräume 518 (Maiuri 39), 516 (Maiuri 37), 515 (Maiuri 36), den Gang 517 (Maiuri 38) und die Latrina 519 (Maiuri 40).
Literatur:
De Petra, NSc 1910, 139ff; NSc 1922,480ff.
Maiuri, VdM31, 80-82 Fig.32.
VdM60, 36-37 Fig.24.
Tafeln: O-Wände [Abbildung 9], [Abbildung 10], [Abbildung 11],
W-Wände [Abbildung 31], [Abbildung 32],
S-Wände [Abbildung 35], [Abbildung 36], [Abbildung 37],
N-Wände [Abbildung 50], [Abbildung 52]
Befund:
Die G des Hauptraumes der Küche beträgt 712x710 cm, die des Seitenraumes 825x309 cm. Die Umfassungswände sind aus Opus quasi reticulatum in Tuff. Auf der S-Seite ist der Aufbau der Wand mit Arbeitsabschnitten in Schichten von 60-95 cm deutlich ablesbar (Foto [Abbildung 97]). Die O-Neben-Räume 515 und 516 sind im EG aus Opus mixtum mit Spiegeln aus Opus reticulatum gemauert.
Zum Peristyl gibt es ein Bogenportal von 124x244 cm mit Sarno/Tuff-Leibungen und Travertin-Schwelle 7 [Abbildung 79]. In der S-Wand befindet sich eine Öffnung, über der Fragmente eines Vordachs aus 3 Dachziegeln zu erkennen sind. Alle anderen Öffnungen werden bei den Räumen beschrieben. Die Wände waren mit Kalk-Putz versehen, von dem Fussboden aus Opus spiccatum (Foto [Abbildung 143]) liegen Reste um den Brunnenschacht46.
Vor der W-Wand des Hauptraumes steht mittig ein grosser Herd von 427x140 cm i.M.und H 120 cm, dessen Oberseite mit Tontafeln ausgelegt und mit Firstziegeln gefasst wurde. An seiner NO-Seite befindet sich eine Feueröffnung, deren Kammer mit einem reparierten Gewölbebogen von 65 cm abgeschlossen ist. Über dem Herd ist ein Lararium von 73/57/28 BR 76 cm in die Wand eingelassen. An der S-Ecke der W-Wand steht ein kleiner Backofen (512) mit 90x124 cm mit einer Ablage von 92/44/85 cm, der auf dem Herd nebenan aufsitzt.
An der N-Wand steht nahe der SW-Ecke ein Altar mit einer Larennische (Tafel 41, Details P15, P16, [Abbildung 76]). Der Altar besteht aus einem Podium von B/T/H mit 72/50/90 seitlichen Abschlüssen aus Firstziegeln. Das Podium steht vor einem 25x27x240 cm grossem Sockel. Zwischen dem Sockel und Gang 502 befindet sich ein Absatz von 7 cm auf H des Podiums. Über dem Podium liegt mittig das Lararium 84x85x25 cm mit einer Putzfasche. In seiner Mitte ist eine Opferschale aus Terrakotte mit zwei seitlichen Stier-Protomen angebracht. Auf beiden Seiten des Larariums befanden sich rustikale Darstellungen von Gottheiten47.
Im Seitenraum 513 der Küche befindet sich in der SO-Ecke der grosse Backofen 514 mit L/B/H von 192/209/220 cm. Er ist aus Opus testaceum gemauert und hat eine in Basalt gefasste Backöffnung sowie einen runden Backraum über der Feuerkammer (Foto [Abbildung 97]). Entlang der O-Wand des Raumes 518 ist eine stark verwitterte seitliche Ablage von 62/122/78 cm aus Lava angeordnet. Dahinter liegt ein zugemauertes Portal von 78x130 cm und die SO-Ecke des Nebenraumes 518. Sie ist ebenso wie die gegenüber liegende SW-Ecke des Seitenraumes 513 in grossen Tuff/Sarno-Quadern ausgeführt. In seiner SW-Ecke befindet sich ein Sockel von 95/120/20 cm, in H 250 cm ein Raubloch.
Funde:
Della Corte, NSc 1922, 481.
1 Bronzekanne, 2 Antefixe, 2 Deckel, 1 Kanne. In der Larennische 1 kleiner Altar H/B 9/7 cm, Kopf einer Göttin 17 cm aus Terracotta, Kopf des Hercules 17 cm aus Tuff. Neben dem kleinen Backofen 1 Tonkanne H 24 cm, 1 Pfanne H 10 cm, 1 Vase H 4 cm, 1 Antefix, 1 Altar H 12 cm. Auf dem Podest vor dem grossen Backofen 1 Ton-Topf D 33 cm, H 16 cm.
Graffito:
Della Corte, 483, 4)
RAUM 515 (Maiuri 36)
Befund:
Der Raum hat im EG Mauerwerk aus Opus mixtum mit Spiegeln aus Opus reticulatum in gelbem Tuff. Seine G beträgt 445x290 Cm. Er ist erschlossen über eine W-Tür von 110x178 cm und hat ein O-Fenster von 80x88 BR 100 cm. In der Mitte des Raumes (auf der Flucht der S-Porticuswand) liegt in der O-Wand in Scheitel-H 235 cm das Fragment eines Tuffelli-Bogens (Foto [Abbildung 89]). Der Raum ist innen modern getüncht.
Funde:
Della Corte, NSc 1922, 481.
12 Rinnen-Fragmente aus Ton mit Schmuckrelief, 1 Becher H 9 cm, 2 Amphoren, 1 Bronzenadel L 12cm.
Graffito:
Della Corte, NSc 1922, 483 12)-17)
RAUM 516 (Maiuri 37)
Befund:
Der Raum hat eine G von 445x265 cm. Im EG ist die W-Wand aus Opus mixtum mit Spiegeln gemauert. Die Trennwand hinter der modernen Stahlbetontreppe zum Baubüro im OG besteht aus Opus incertum in Tuff/Lava. Die Wand zu Gang 517 ist aus Opus quasi reticulatum in Tuff. Der Raum ist durch eine Tür von 108x178 cm erschlossen, er hat ein O-Fenster von 87x80 BR 100 cm. In dem Raum und davor ist der grösste Teil der Fragmente der OG-Säulenstellung des Peristyls gelagert.
SO-GANG 517 (Maiuri 38)
Befund:
Der Gang hat eine B von 125 cm, eine W-Tür von B 125 cm mit Basalt-Schwelle 61 und ein O-Bogenportal von 124x210 cm mit Leibungen aus Opus vittatum. Das OG ist über Raum 515 erneuert und als Baubüro eingerichtet, über eine Stahlbeton-Treppe erschlossen und mit einer S-Tür und zwei Fenstern nach N und W ausgestattet. Der Abschnitt über Raum 516 und SO-Gang 517 zeichnet sich mit Balkennestern 15x20 a' 50 cm in H 230 cm ab, über dem O-Bogen des Ganges 517 ist der Ansatz einer BR zu erkennen.
ECKRAUM 518 (Maiuri 39)
Befund:
Raum 518 mit G 300x310 cm hat eine W-Wand aus Opus quasi reticulatum in Tuff (im OG restauriert). In der NW-Ecke befindet sich ein zugemauertes kleines Bogenportal von 78x130 cm, nahe der NO-Ecke liegt ein (Raub?) Loch von D 60 cm in H 280 cm. Der Raum ist erschlossen durch eine Tür von 91x180 cm in der N-Wand aus Opus quasi reticulatum in Tuff. In der S-Wand aus dem gleichen Material liegt ein Wolfsauge von 38x55 BR 325 cm. Die Wände zeigen verwaschene Reste einer Dekoration II.Stils und eines Gesimsbandes. Der Fussboden war aus Cocciopesto.
Funde:
Della Corte, NSc 1922, 481.
6 Münzen, 2 Türknäufe L 21 mm, 4 Ringe, 1 Öllampe H 10 cm mit Aufhänger, 1 Glas-Fläschchen H 12 cm.
LATRINE 519 (Maiuri 40)
Befund:
Der Raum ragt mit einer Wand in Opus incertum aus Tuff/Lava über die O-Umfassungswand aus Opus quasi reticulatum um 134x290 cm hinaus und hat eine B von 262 cm. In der NW-Ecke liegt der Zugang von 91x151 cm mit Sarno/Tuff-Leibungen und Basalt-Schwelle. In der S-Wand befindet sich ein hochliegendes zugemauertes Fenster von 40x65 BR 380 cm.
Entlang der O-Wand und der S-Mauer verläuft eine abgewinkelte Sitzbank, von deren Abdeckung sich in der Rückwand ein Schlitz abzeichnet. Unter der Sitzbank verläuft eine Fäkalienrinne von B 30 cm, über die das Abwasser des SO-Hofes geleitet wurde. Die Rinne hat ein Gefälle von 20% zur Ablauföffnung in der S-Wand. Vor der Bank verläuft, durch eine Stufe vom Boden abgesetzt eine offene Wasserleitung, die bis zur Latrine von einer geschlossenen Leitung gespeist wurde, deren Durchlass in der Hofecke zu sehen ist48.
Eine Unterbrechung der Einfassung der Wasserleitung über dem Hauptablauf ermöglichte die einfache Reinigung des Signinum-Fussboden, der mit Gefälle von der hohen Basalt-Schwelle 64 [Abbildung 86]ausgeführt ist.
Über dem W-Ende der Fäkalienrinne ist eine Nische von 45/70/10 BR 150 cm und daneben eine kleine schalenartige Ablage eingelassen. Die Wand trägt über einem Sockel aus rotem Feinputz und einen weißen Kalkputz.