QUANTITAS UND ORDINATIO
Grundlage des Entwurfes der Villa war das Quadrat von 180x180 osk.' mit dem eingeschriebenen Achsenkreuz. Die Grundfläche wurde in ein Raster unterteilt, welches als Quantitas Maßeinheiten von 15/15 osk.'und Flächen von 2x15=30/15 osk.' mit drei Masseinheiten von 10/15 osk.'bildeten. Eine Anzahl von Masseinheiten setzte sich zu Räumen oder Funktionsbereichen zusammen [Abbildung 59]. Die Funktionsbereiche wurden darüber hinaus mit verschiedenen Hilfsrastern unterteilt.
Bei der Proportionierung bediente sich der Architekt der Vorteile der vollkommenen Zahlen.112Dies wird vor allem bei der Einteilung der Bogennischen der Cryptoporticus, bei den Portiken des Hauptbaues, der N-Fassade, dem Atrium und Peristyl sichtbar.
Massgebend für die Proportionierung der Fassade der Cryptoporticus war die fertig verputzte Anlage. Sie sollte in einem harmonischen Massverhältnis erscheinen. Der Architekt ging offenbar von der Gesamtbreite von 180 osk' aus, die ihm nach Abzug der Grenzabstände von je 30' auf dem Grundstück von 240' zur Verfügung standen.
So gliederte er z.B. die Cryptoporticus in 25 Achsen zu 7'= 175', wobei 5' Rest verblieben. Diesen verteilt er, indem er die Achse selbst 25 mal in einer Dicke von 5':25 auslegt, z.B. indem er eine Holzleiste als Muster in der Dicke des Putzes verwendet, die beim Verputzen 'materialisiert' wird. Damit führte er eine Technik ein, die in der modernen Architektur als 'Bandraster' bezeichnet wird. Pfeiler und Bogennischen wechselten in einem Rhythmus von 3:4:5 für die Eckpfeiler ab. Das Höhenverhältnis Sockel/Bogennische/Brüstung betrug 4/8/8' , Detail A3 [Abbildung 64]
Die W-Fassade der Porticus erhob sich, um 30' von der Plattform zurückgesetzt, mit 13 Achsen von 9'=117' zuzüglich je 1,5'für Säulendicke und Rinnen = 120'.
Die Einteilung der N/S-Portiken des Hauptgebäudes beruhte auf einem Achsmass von 9'. Um 3x9 = 27' von der Kante der Plattform zurückgesetzt, liegen die Eckpunkte der Säulenstellung mit 7x9 = 63' bis zur N/S-Achse. Somit umschlossen die Portiken eine Fläche von 63x120'. Davon nimmt der Hauptbau einen Anteil von 60x90 'ein.
Der Peristyl- und der N-Bereich bauten auf einem Hilfsraster von 10' auf. Die N-Fassade mit 90' im O der N/S-Achse ist im Verhältnis 5:4 geteilt. 5 Achsen davon sind der N-Porticus und 4 Achsen dem NO-Raum zugeteilt. Auch der Peristylhof und die nach W liegenden Dreierraum-Gruppen incl.des Atriums sind so proportioniert. Peristylhof und Atrium haben eine L/B von 5:3.