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HAUPTBAU 600

Die Räume um das Atrium wurden im Zusammenhang mit der völligen Umgestaltung der alten Porticus einer funktionalen Veränderung unterzogen. Der herrschaftliche Eckraum mit den Seitenflügeln an der NW-Ecke der Villa wurde in kleine Räume unterteilt und Vorraum 604 als Verbindungsgang zwischen den N- und NW-Loggien verwendet. Im S-Flügel wurde eine Verbindung vom Tablinum über das Atriolum zur Doppelporticus 718-719 geschaffen.

N-FLÜGEL

Die Seitenflügel 606 und 607 des Eckraumes 604/605 wurden durch Wände aus Opus listatum in gelbem Tuff abgetrennt. Eckraum 604/605 wird in die Vorräume 606 und 607 geteilt. Der N-Teil 604 wurde mit einer W-Tür von 105x204 cm und je einer O- und N-Tür versehen. Der S-Teil 605 erhielt zwei Türen, wobei die W-Tür mit Marmor-SCH47 und einer angearbeiteten Füllung aus Travertin-Mosaik der Gruppe 1, die S-Tür mit Marmor-SCH48 ausgestattet wurde. Die Trennwände mit schwarzen Dekorationen III.Stils sitzen auf dem Mosaik-Fussboden auf und bedecken die bunten Vorleger mit Mäander-Motiven zwischen den alten Alkoven, Fotos [Abbildung 137], [Abbildung 138]

In Raum 605 wurde die O-Wand, in Raum 607 die W-Tür geschlossen. Letztere wurde in ein Fenster mit 178x222 BR 77 cm verwandelt, dessen Abguss mit 2 Flügeln und Beschlägen in einem Betonrahmen erhalten ist, Detail T3 [Abbildung 77], Foto [Abbildung 152])

Die Räume 604-607 erhielten abgehängte Stuck-Kappen und Dekorationen III.Stils z.T. mit Vignetten, Foto [Abbildung 105]. Darüber blieben die Reste der Dekorationen II.Stils in der N-Wand des Raumes 606 und der S- und O-Wände des Raumes 607 erhalten.134

TABLINUM 602

Das Tablinum hatte in Bauphase I eine H von 5,20 m mit horizontaler Holzbalkendecke und ein Pultdach. Es kann davon ausgegangen werden, dass der Raum im II. Stil, wie die benachbarten Räume, dekoriert war.

Von den Veränderungen der NW-Eckräume in Bauphase II war auch das Tablinum betroffen. Es hat wie die Räume 604-607 eine Dekoration im III.Stil in Form der weissen Oberzone an den N- und S-Wänden mit roten Ornamenten erhalten. Da der Raum zunächst keine abgehängte Stuckkappe erhielt, wurde er bis auf H 5,20 m dekoriert. (Diese Zone wurde während der Restaurierung, beim Bau des heutigen Daches, entlang der Dachneigung teilweise abgetragen).

Das Portal IX wurde abgebaut, eine Tür von G 120x199 cm mit Leibungen aus Opus listatum in gelbem Tuff eingebaut, nur die W-Tür zur Exedra in seiner G von 285x350 cm blieb erhalten, sie wurde später zugemauert. Das Tablinum erhielt eine horizontale Holzbalkendecke in H 355 cm. In der Zone unter darunter wurde die schwarze Dekoration im III.Stil.135Die Tür wurde später mit Opus testaceum zugemauert und erst in Bauphase III auf ihre heutige G aufgehackt.136