S-BEREICH 500
ATRIOLUM
Das tuskanischen Atriolum wurde in eine 2-geschossige tetrastyle Anlage umgebaut, indem an den Ecken des Impluviums Säulen aus Opus testaceum mit Kapitellen aus Ziegelplatten errichtet wurden, Detail S6 [Abbildung 68]. Sie trugen einen OG-Umgang, dessen Balkennester auf den Umfassungswänden sichtbar sind. Das kleine S-Fenster von Cubiculum 632 erhielt einen steigenden Sturz. Die Wände tragen Kalkputz, die Säulen Mörtelreste, Foto [Abbildung 116]
Raum 508 wurde als Nebeneingang zum Atriolum umgestaltet. Zu diesem Zweck wurde die Tür zu Eck-Raum 507 unter Erhalt der Mosaik-Schwelle zugemauert. Auch das S-Fenster von Raum 507 wurde vermauert und dafür das grosse W-Fenster geöffnet. Die O-Wand von Raum 508 wurde in Opus reticulatum aus gelbem Tuff mit einer Tür zu Raum 509 versehen. Zum Atriolum wurde die Tür von Raum 508 in der NO-Ecke angelegt. Der Fussboden des Raumes 509 wurde auf -55 cm NN abgesenkt, vermutlich mit Cocciopesto ausgelegt und die H-Differenz mit einer Holztreppe überwunden. Die neue S-Ausgangstür hatte ein Oberlichtfenster.
BALNEUM
Das OG des Atriolums war nur über das neu eingebaute Treppenhaus im Tepidarium erschlossen und über die W-Tür mit N-Leibung aus Opus testaceum und Marmorschwelle 11 in der NW-Ecke erreichbar. In diesem Zusammenhang wurde die W-Wand des Apodyteriums auf die gesamte B geöffnet, die Mauerzungen in Opus testaceum erneuert und Auflagern für die Rahmen, sowie einer Mosaik-Schwelle versehen. Die kleinen Bogentüren in der SO-Ecke wurden geschlossen, die Tür zum Laconicum unter dem NO-Podest angelegt und die Anlage gleichzeitig mit Tegulae mammatae verkleidet.
Die Treppe ist im Zuge der Bauaufnahme beschrieben. Über dem SO-Podest wurde ein kleines Fenster mit Leibungen aus Opus testaceum zum Küchenhof versehen. Die Ausgangstür im OG mit B 98 cm und Leibungen aus Opus listatum in gelbem Tuff lag über dem EG-Eingang. Der Raumgewinn von 320x400 cm über dem gemeinsamen EG-Bereich des Ganges, Apodyteriums und Laconicums war verhälnismässig gering.
KÜCHENTRAKT 510-517
Die Veränderungen umfassen die Ausstattung der Küche, den Umbau seiner Nebenräume, sowie die Vergrösserung der Latrine.
In Nebenraum 515/516 wurde das O-Portal zugemauert und eine Trennwand aus Opus incertum eingezogen. Die N/S-Wände wurden in Opus mixtum mit Spiegeln aus Opus reticulatum in Tuff erneuert.
Die Küche erhielt die neuen Backöfen 512 und 514 aus Opus testaceum, Foto [Abbildung 97]. Deshalb wurde das W-Portal von Raum 518 geschlossen und mit einer neuen N-Tür versehen. Vor das Portal wurde eine Ablage aus Lava gesetzt. Der Fussboden wird nun mit Opus spiccatum gepflastert. Im S-Teil liegt ein Brunnenschacht. Andere Schächte und Gruben, die während der Grabungen im Hof gefunden wurden, sind zugeschüttet.133
LATRINE 519
Die O-Wand der NO-Ecke der Villa wurde abgebrochen und die Latrine 519 wurde auf die B von 262 cm nach N erweitert und neu ausgestattet. Entlang der O-Wand und der S-Mauer wurde die abgewinkelte Sitzbank gebaut, unter der Sitzbank verlief die Fäkalienrinne, vor der Bank die offene Wasserleitung vom SO-Hof. Über dem W-Ende der Fäkalienrinne wurde die Nische und daneben die kleine schalenartige Ablage eingelassen. Die Wand trägt einen Verputz mit Sockel aus rotem Feinputz.