DIE VERWANDLUNG
Die Villa wurde mit dem Beginn einer neuen Ära aussen einer grundlegenden architektonischen und im Inneren einer funktionellen Umgestaltung unterzogen. Die auf ihrer Schauseite offene spätrepublikanische Villa der Phase I wurde in eine kompakte, verschliessbare, kaiserzeitliche Villa verwandelt.
Die Anlage wurde rundum mit Erweiterungs- und Neubauten in einer neuen Architektur und Bautechnik umgeben, die sich in neuen Raumformen wie der Exedra mit Aedicula, der Sala apsidata, kleinen NW/SW-Portiken und einer Doppel-Porticus mit gemauerten und gestuckten Säulen darstellt.
Die vorhandenen Portiken wurden in Loggien und Cubicula diurna verwandelt, Öffnungen mit Brüstungen und häufig mit Läden verschliessbar gemacht. Die Dächer der Portiken wurden angehoben und in den Hauptbau integriert.
Die Funktion vieler Innenräume wurde durch Ein- und Umbauten geändert. Nach Schliessung der Ecken der Porticus durch den Einbau der Cubicula diurna 702 und 714 wurde die alte Nutzung der Porticus aufgegeben. Im N wurde der herrschaftliche Eckraum unterteilt und z.T. als Flur benutzt, im S wurde eine Verbindung vom Tablinum über das Atriolum und die Räume 508 und 509 zur Doppelporticus 718-719 geschaffen. Dafür wurden die N- und O-Alkoven des Cubiculums 620 und die Alkoven des Cubiculums 625 zum S-Gang 628, sowie der Alkoven 635 des Cubiculums 632 mit Türen geöffnet.
Die grossen Säle 200-201 und 206-207 des Eingangsbereiches, sowie der Verbindungsgang 417-419 wurden horizontal und vertikal geteilt und die Nebenräume des Küchentraktes neu geordnet.
Zusätzlich wurden Neubauten in den N-, NO- und SO-Höfen entlang der Via superior errichtet.
Die Veränderungen sind dadurch definierbar, dass unter den Dekorationen des III.Stils nunmehr neue Baumaterialien und Bautechniken sichtbar und gleichzeitig die neue Massordnung auf der Basis des römischen Fusses angewendet wurde.