ZERSTÖRUNGEN (Abbildung 3, mit diagonalen Linien)
Das 2-gesch. Peristyl stürzte ein, weil die Knicklänge der Schaufassade zu gross war und die Querversteifung fehlte. Dabei wurden vermutlich Teile der Mauerkronen der Umfassungsmauern der Eingangs-, N- und S-Bereiche mitgerissen. Offenbar wurden die angrenzenden Gebäude, ausser am Atrium, um die H des Dachstuhls reduziert und über dem Eingangs-Bereich Satteldächer errichtet. Die Vermauerungen der Türen mit Opus testaceum zum Dachstuhl im OG des Vestibulums sind wohl auch hierauf zurückzuführen.
Teile der Trümmer der wertvollen OG-Säulenordnung aus Tuff wurden geborgen, gelagert und zum Teil als Spolien verarbeitet. Der grobe Bauschutt wurde abtransportiert.
Die Überdachung des 2-geschossigen SO-Wirtschaftshofes lässt sich nur damit erklären, dass die Wasserversorgung außer Funktion war.
Das Dach der Küche 510 und 513 mit dem vermuteten Hauptbinder in Verlängerung der S-Flucht des Atriolums war zusammen gebrochen und wurde garnicht wieder aufgebaut. Das Fehlen des Küchendaches lässt sich aus der Tatsache schliessen, daß ein kleines Schutzdach mit drei auskragenden Dachziegeln über der S-Nische (jetzt Durchbruch) angebracht wurde und der grosse Backofen eine Abdeckung aus Dachziegeln erhielt.
Auch die Doppelporticus musste wegen offenbar fehlender Querversteifung einbrechen. Deshalb wurde die gesamte S-Wand der Villa im O der N/S-Achse durch eine zweite Wand verstärkt und ein Satteldach mit impluvialer N-Rinne errichtet.
Die Exedra war mit den weitgespannten Hauptbindern auf den Achsen der Doppelsäulen und der Aedicula besonders gefährdet und zusammengebrochen. Sie kann bis zur Verschüttung noch nicht wieder aufgebaut gewesen sein, denn ausser kurzen Stümpfen erwähnt der Grabungsbericht keinerlei Reparaturen und Trümmer der aufgehenden Säulenordnung.143