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MASS-SYSTEME

In der Villa dei Misteri treten zwei verschiedene Mass-Systeme auf. Beide stehen in getrenntem räumlichen und zeitlichen Zusammenhang mit Verwendung unterschiedlicher Baumaterialien und Bautechniken.

Das oskische Fussmass (27,5 cm)

Die Planung und der Bau der Villa basiert auf diesem Mass und seinen Unterteilungen bzw. Vervielfältigungen in den verschiedenen Bereichen und Bauteilen der Phase I90. Dies lässt sich vor allem an Mauer-dicken und -teilungen, Säulen- und Pfeilerordnungen, Tür- und Fenster-breiten bzw. -höhen, bis ins Detail feststellen.

Nach Peterse, Osk.Fuss91und Hecht, Röm.Fuss92. ist das für ein Gebäude verwendete Fussmass aus dem Bauwerk selbst zu erschliessen. Das oskische Mass-System blieb nach Coarelli, Pompeji93bis in augusteische Zeit in Pompei erhalten.

Das römische Fussmass (29,57 cm)

Das zweite Mass-System mit dem grösseren römischen Fuss (100 osk' = 93 röm') tritt isoliert von der Phase I bei den Erweiterungs- und Um-Bauten auf. Es ist darüber hinaus zusammen mit der Verwendung neuer Baumaterialien, wie Mauersteinen aus Ziegeln und gelbem Tuff, bzw.neuer Bautechniken wie Opus reticulatum, Opus vittatum, Opus testaceum und Opus listatum deutlich ablesbar94.

Insbesondere stehen die grossen Veränderungen durch die Sala apsidata (ca.20x28'), Exedra (25x50'), Cubiculum diurnum 712 (10x15') und die Doppelporticus mit l.W. von 10' und Achsen von Außen 5' und in der Mitte von 10' in dieser Massordnung.