MAUERTECHNIKEN
Mauerwerk aus Stein-Quadern und -Tafeln, Fotos [Abbildung 88] und [Abbildung 110]
Vom Maurer behauene, z.T.stehend vermauerte Natursteine aus Sarno-Kalkstein und Nocera-Tuff mit Mörtelfugen von D 1-2 cm. Die Technik wurde zur Ausbildung von Ecken, Leibungen, Pfeilern und Stürzen verwendet und meist in angrenzendes Mauerwerk aus Opus incertum oder Opus quasi reticulatum eingebunden71.
Opus caementitium 72, Foto [Abbildung 152]
Eine Mischung von Steinbrocken (caementa) und Bindemitteln (materies) aus feinem Puteolan- oder Tuff-Steinmehl. Die Zuschlagstoffe waren von unterschiedlicher G aus Tuff/Lava-Brocken sowie Sanden, die unter Zugabe von Wasser gemischt und in Mauerschalen oder Holzbretter als Schalung gegossen wurden. In der Cryptoporticus wurden vermutlich versetzbare Gleitschalungen auf Lehrgerüsten verwendet.
Opus incertum 73, Foto [Abbildung 102]
Es handelt sich um Mauerwerk mit Schalen aus unregelmässigen Brocken von Tuff/Lava/Kalkstein und einem Kern aus Opus caementitium. Die Außenseiten wurden mit einer ebenen Oberfläche gemauert, der Innenraum mit Opus caementitium gefüllt.
Opus lateritium
Mauerwerk aus luftgetrockneten Lehmziegeln im Läuferverband, vermutlich aus eigener Produktion.
Opus listatum, Foto [Abbildung 89]
Mauerwerk aus Schalen von Mauersteinen aus gelbem Tuff im Läuferverband mit Kern aus Opus caementitium.
Opus vittatum mixtum, Foto [Abbildung 98]
Mauerwerk aus Schalen von abwechselnd Ziegeln und Steinen mit Kern aus Opus caementitium. Schichten aus Opus reticulatum wechseln mit Bändern von Ziegeln ab. Stellenweise treten Spiegel aus Opus reticulatum auf. Die Mauerenden bestehen meist aus Opus testaceum oder Opus listatum aus gelbem Tuff mit oder ohne Verzahnung74.
Opus quasi reticulatum, Fotos [Abbildung 88], [Abbildung 103]
Mauerwerk aus fast regelmässig hergestellten und etwa netzartig in Schalen verlegten Steinen aus Tuff/Lava mit einem Kern aus Opus caementitium75.
Opus reticulatum, Foto [Abbildung 103]
Mauerwerk mit Schalen aus regelmässig geformten Steinen aus grauem oder gelbem Tuff, die unter einem Winkel von 45 Grad netzartig verlegt sind. Sie haben eine inneren Kern aus Opus caementitium. Wegen des sägeartigen Abschlusses wurden die Mauerenden immer in Opus testaceum oder Opus listatum verzahnt76.
Opus testaceum, Foto [Abbildung 90]
Mauerwerk aus Schalen in gebrannten, im Läuferverband verlegten Ziegeln oder Dachziegeln mit Kern aus Opus caementitium. Das Material wurde auch bei einem geschwungenen scheitrechten Bogen angewendet77.
Werksteine, Fotos [Abbildung 100], [Abbildung 111]
Von Steinmetzen bearbeitete Architekturteile und Profile, die mit feinen Mörtelfugen und Mörtel, Zapfen oder Klammern verbunden waren [Abbildung 69], [Abbildung 70], [Abbildung 71], [Abbildung 72]. Marmor-Profile [Abbildung 76], [Abbildung 77] für Tür-Stürze, -Rahmen, Gesimse und Leisten78.