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BAUAUFNAHME

TORBEREICH 100

Diese Bezeichnung tragen die freigelegten Räume zwischen der Via superior und der O-Fassade der Villa.

Der Torbereich besteht aus dem NO-Gebäude, dem NO-Hof mit Nebeneingang, dem Vortor und je einem SO- und S-Gebäude. Zwischen dem Eingangs-Bereich und dem NO-Gebäude verläuft ein Gang, zwischen SO- und S-Gebäude ein Hof. Die Gebäude waren 2-geschossig.

Die Böschung der Ausgrabung verläuft in einem Abstand von 4 bis 5 m vor der O-Fassade unter einem Winkel von etwa 15 Grad. Sie ist stark überwachsen und erodiert. Die Sohle der Grabung lag auf Strassenniveau. Sie ist im NO-Hof und am Seiteneingang von Schutt überlagert. Direkt oberhalb des Grabungsbereiches liegt ein bewohntes landwirtschaftliches Anwesen.

Tafeln:
Grundrisse (EG) [Abbildung 1], (OG) [Abbildung 3], (UG) [Abbildung 2]
Schnitte [Abbildung 33] (O), [Abbildung 34][Abbildung 35][Abbildung 36][Abbildung 37][Abbildung 38][Abbildung 39][Abbildung 40][Abbildung 41][Abbildung 42][Abbildung 43][Abbildung 44] (N) [Abbildung 45][Abbildung 46][Abbildung 47][Abbildung 48][Abbildung 49][Abbildung 50][Abbildung 51][Abbildung 52] (S)

Literatur:
Maiuri, VdM31, 89ff.

NO-GEBÄUDE

Das NO-Gebäude umfasst die Räume 103-107. Die W-Umfassungsmauer entlang des Ganges 102 besteht aus Opus reticulatum in gelbem Tuff und an der NW-Ecke aus Opus incertum in Tuff-Lava. Die Türleibungen sind aus Opus listatum in gelbem Tuff. Die Trennwände und die Grundstücksmauer sind aus Opus incertum in Tuff-Lava.

RAUM 103 (Maiuri 56)

Literatur:
Maiuri, VdM31, 91.

Befund: Der Raum hat eine Abmessung von 190x310 cm i.M. und ist nur über Raum 104 durch eine S-Tür von 85x200 cm zugänglich. Auf der Strassenseite liegt ein kleines hochliegendes O-Fenster von B 35 cm. In der SO-Ecke befindet sich eine Nische, in der NW-Ecke ein Herd.

RAUM 104 (Maiuri 55)

Literatur:
Maiuri, VdM31, 27ff., 91.

Befund: Der Raum misst 415x415 i.M.cm. Er hat ein hochliegendes O-Fenster von B 85 cm und neben der W-Tür mit B 88 cm ein Lararium von B 100 cm15Der Raum zeigte weiße Putzreste einer Dekoration IV.Stils16.

Funde: Skelettreste von 2 Frauen und 1 Mädchen. Schmuck und Münzen, 1 Siegel 65x22 mm in Spiegelschrift L.ISTACIDI ZOSIMI. Zahlreiche Haushaltsgeräte und Werkzeuge17, Inv.4474-4482, 4457-4466.

RAUM 105 (Maiuri 54)

Literatur:
Maiuri, VdM31, 91.Pernice, Pavimente, 56.

Befund: Der Raum hat Abmessungen von 325x540 cm i.M. mit einer SO-Nische von T 90 cm18und ist über eine W-Tür von B 110 cm mit Leibungen aus Opus listatum in gelbem Tuff erschlossen. Von einem Signinum-Fussboden, den Pernice feststellte, war nichts mehr zu finden.

RAUM 106 (Maiuri 52)

Literatur:
Maiuri, VdM31, 91.Pernice, Pavimente, 56.

Befund: Der Raum hat eine G von 325x395 cm i.M. und war durch eine Mauerzunge unterteilt19. Er ist von Vorhof 108 über eine S-Tür von 95x200 cm zugänglich. Eine O-Tür von 107x180 cm, mit giebelförmigem Entlastungsbogen und Vordach (Detail [Abbildung 74], P7) führt weiter in Gewölberaum 107 (Maiuri 53). Auch in Raum 106 war von dem von Pernice für möglich gehaltenen Signinum-Fussboden nichts mehr zu finden.

GEWÖLBERAUM 107 (Maiuri 53).

Literatur:
Maiuri, VdM31, 91.

Befund:
Das Gewölbe mit H von Kämpfer/Scheitel 160/270 cm und L von 261-400 cm verbreitert sich im Grundriss von B 325 cm trapezförmig. Auf der Strassenseite liegt unter dem Scheitel ein Wolfsauge20Von dem OG Raum 107 sind nur die Balkennester 8x13 cm und die S- sowie die O-Wand erhalten. In der SO-Ecke der O-Wand treten Ziegel 5x25 cm abwechselnd mit 2 Schichten Dachziegeln unter Resten von Kalk-Putz zutage. Die S-Wand (Schnitt [Abbildung 48]) zeigt dunkle Farbreste und über Gang 102 in H 350 cm die Reste eines Steges aus Opus caementitium mit Signinum-Auflage.

GANG 102

Literatur:
Maiuri, VdM31, 91.

Befund:
Vor dem Eingangsbereich ist auf eine L von 15,15 m beim Bau des NO-Gebäudes ein Gang mit B 137 cm entstanden. Er wurde nach N mit einer Trennwand in Opus incertum aus Tuff-Lava verschlossen21.

Funde: 4 Münzen, Inv.4418, 4420.

N-HOF 100

Der Hof wird über die Rampe 101 mit B/L ca.100/280 cm und die O-Tür von B 115 cm in der Grundstücksmauer von der Via superior erschlossen. Die Mauer hat eine H von ca.150 cm über NN und Pfeiler aus Opus vittatum mixtum von B/H 55/70 a' 210 cm. Das Niveau des Hofes liegt zwischen 25 und 110 cm unter NN22.

Funde:
11 Münzen, 11 Ton-Töpfe, 2 Glasflaschen, Inv.4547-4551. 2 Karren.

VORTOR 108, 110-111 (Maiuri Ingresso)

Das 2-geschossige Vortor ist in den Gewölbeabschnitt 110, die Treppe 111 und Raumabschnitt 108 unterteilt. Die Anlage wird mit einem nach N geneigten Glasdach mit Drahtgitter gegen herabgeworfene Gegenstände des oberhalb in Betrieb befindlichen landwirtschaftlichen Anwesens geschützt.

Literatur:
Maiuri, VdM31, Ingresso 41-42, Fig.9,
            VdM60, 19-20 Fig.9 seitenverkehrt.

Befund:
Das Vortor 110 mit B 310 cm ist trapezförmig angelegt. Es hat Sarno-Leibungen bis H 210 cm und einen Tuffelli-Bogen mit einem Knick im Scheitel (Foto[Abbildung 92])

Die Treppenöffnung 111 hat eine B von 63 cm und eine H von 295 cm. Gewölbeabschnitt und Treppe enden auf H 390 cm der OK Decke des Raumabschnittes 108 und verlaufen im EG in die Grabungsböschung. Das OG setzt sich zur Strasse bis zu einer Querwand mit schwarzen Farbresten fort.

Raumabschnitt 108 hat eine G von 490x440 cm i.M. Die N-Wand aus Opus incertum in Tuff enthält Reste eines Torbogens, der mit unterschiedlichem Material zugemauert wurde (Foto[Abbildung 93]). Die Umrisse einer kleinen Bogennische sind zu erkennen, die NO-Tür zu Raum 106 mit B 94x206 cm wurde belassen. In der NW-Ecke liegt die Tür zu Gang 102 mit B 130 cm und Basalt-Schwelle SCH65 [Abbildung 86]. Die S-Wand enthält eine Türanlage mit B 240 cm, Sarno-Leibungen und Basalt-Schwelle SCH66 [Abbildung 86]. Der Fussboden ist im leichtem Gefälle nach O mit grossen polygonalen Basalt-Tafeln ausgelegt, die sich bis in den Abschnitt des Gewölbes fortsetzen (Foto[Abbildung 95])

Vom OG Raum 108 mit Abmessungen von 690x435 cm i.M. sind die Balkennester 18x28 cm a' 52 cm des Fussbodens zu sehen (Fotos [Abbildung 93]-[Abbildung 94]). An seiner OK liegt eine Lage Dachziegel in der W-Wand. Auf den N/S-Wänden aus Opus incertum in Tuff und der W-Wand sind Reste von Dekorationen III.Stils erhalten. Der Raum reicht nach O über den Gewölbeabschnitt des EG bis zu einer Querwand hinaus. In der SW-Ecke liegt eine S-Tür mit B 60 cm zum OG des SO-Hofes 112.

SO-GEBÄUDE

Das 2-geschossige SO-Gebäude umfasst die Räume 115, 117 und die Treppe 116. Nur die W-Wand der Räume ist ausgegraben.

Literatur:
Maiuri, VdM31, 91-92.

RAUM 115 (Maiuri 58)

Befund:
Der Raum hat eine B von 370 cm. In der SO-Ecke des EG befindet sich eine Tür von 85x180 cm und in der NW-Ecke, des um eine Mauerdicke zurückgesetzten OG, eine Tür von B 104 cm, die zur Erschliessung des Hofraumes diente. Die Wände bestehen aus Opus incertum.

TREPPENHAUS 116 (Maiuri 59).

Befund:
Der Eingang zur Treppe (Foto[Abbildung 90]) hat eine Öffnung von 105x250 cm mit scheitrechtem Bogen und Leibungen aus Opus mixtum23.

RAUM 117 (Maiuri 60)

Befund:
Raum 117 hat eine L von 590 cm. Seine Fenster-Türanlagen haben eine G von 230x166 cm und BRen aus Opus mixtum mit einer H von 70 cm. Die Mittelsäule mit D 1 1/2 röm.' und der Pfeiler der SO-Ecke bestehen aus Opus testaceum (Foto[Abbildung 90]). Der OG-Raum hat die gleiche B wie das EG, sein Mauerwerk ist aus Opus incertum in Tuff-Lava.

SO-WIRTSCHAFTSHOF 112 (Maiuri R).

Befund:
Der grosse Hof liegt zwischen dem SO-Gebäude und dem Eingangs-Bereich. Er hat eine G von 15,35x 3,80 m und setzt sich nach O in den Winkel 114 mit einer B von 345 cm fort. Im OG war der Hof nach 790 cm mit einer Trennwand aus Opus incertum in Tuff-Lava und einer Tür von B 120 cm mit einer Leibung aus Opus listatum aus gelbem Tuff versehen. Die Überdeckung des Hofraumes zeichnet sich durchgehend mit Balkennestern des OG-Fussbodens ab. Diese haben im N-Teil Abmessungen von 16x24 a' 60 cm in H 270 cm und im O-Teil 24x32 a' 90 cm in H 240 cm. Der S-Teil 113 war nach S offen24.

S-GEBÄUDE (Maiuri 41)

Literatur:
Maiuri, VdM31, 92.

Das 2-geschossige S-Gebäude umfasst den O-Teil der Latrine und die Räume 118-119. Das Mauerwerk besteht im EG aus Opus incertum in Tuff und im Bereich der Türleibungen aus Opus mixtum mit Spiegeln aus Opus reticulatum. Die Latrine wird unter Abschnitt S-Bereich beschrieben.

RÄUME 118-119 (Maiuri 41)

Befund:
Die Räume haben eine B von 290 cm mit Zwischenwänden aus Opus incertum in Tuff, die O-Wand von Raum 119 verläuft in die Grabungsböschung. Von den OG-Räumen sind nur die S-Wand aus Opus incertum in Tuff, in Raum 118 ein zugemauertes S-Fenster und die Balkennester der Geschossdecke 12x17 a' 47 cm bei OK 230 cm erhalten. Die Räume sind mit Schutt und Bewuchs angefüllt.